tomate
убил лису – сам съел колобка.
1. Theoretische Bedeutung und Definition der Phonetik. Die Beziehungen zwischen der Phonetik und anderen Wissenschaften.
Die Phonetik ist ein Teilgebiet der Sprachkunde, das die lautlichen Einheiten der Sprache, ihre Hervorbringung und Auffassung erforscht. Die Phonetik untersucht Atmung und Stimme, physikalisch-akustische Besonderheiten der Laute, Lautbildungen und Laute im Redefluss, die phonetische Gestaltung der Rede selbst sowie das Hören und Verstehen der Rede.
Die Phonetik erforscht akustische, physiologische und sprechpsychologische Erscheinungen, deren Erkenntnisse für Sprechpraxis und Fremdsprachenunterricht von entscheidender Bedeutung sind.
Die Erkenntnisse der phonetischen Forschungen in Bezug auf die funktionelle Seite der Sprache werden von der Sprachwissenschaft, Philologie und Psychologie genutzt.
Im System der Wissenschaften steht die Phonetik zwischen den Natur- und Gesellschaftswissenschaften. Ihrem Inhalt nach ist die Phonetik als Existenzform der Sprache eine gesellschaftswissenschaftliche Disziplin, denn die Sprache und das Sprechen sind gesellschaftliche Phänomene. Um zu erforschen, wie die Menschen sprechen, welche Mittel der interindividuellen lautsprachlichen Kommunikation sie anwenden, bedient sich die Phonetik naturwissenschaftlicher Methoden: Sie untersucht die Physiologie der Lautbildung, den Hörvorgang, die Psyche der Menschen usw. Als gesellschaftswissenschaftliche Disziplin steht die Phonetik vor der Aufgabe, zur Erforschung der gesellschaftlichen Entwicklungsprozesse beizutragen.

2. Zweige der Phonetik.
Die menschliche Rede ist kompliziert. Sie findet ihren Ausdruck in sehr vielen Sprachen, und jede Sprache hat ihre besondere historische Entwicklung. Dementsprechend ist auch die lautliche Seite der menschlichen Rede sehr mannigfaltig, und die Erforschung ihrer spezifischen Kennzeichen erfordert spezielle Methoden. Dadurch ist die Entwicklung mehrerer Zweige der Phonetik zu erklären.
Man unterscheidet folgende Zweige der Phonetik:
Die allgemeine Phonetik erforscht die lautliche Seite der menschlichen Rede vom Standpunkte der artikulatorischen Möglichkeiten der menschlichen Sprachorgane aus und ist ein Teilgebiet der allgemeinen Sprachkunde.
Die beschreibende (synchronische) Phonetik untersucht die lautliche Seite einer konkreten Sprache oder einer Sprachfamilie in ihrem gegenwärtigen Zustand oder während einer kurzen historischen Zeitspanne. Dieser Zweig der Phonetik ist ein wichtiger Teil der Sprachwissenschaft, die sich mit der Sprache der Gegenwart befasst.
Die historische (diachronische) Phonetik verfolgt die lautliche Entwicklung einer Sprache oder einer Sprachfamilie während einer längeren Zeitspanne. Im Vergleich zu dem beschreibenden Zweig ist die historische Phonetik dagegen ein wichtiger Teil der Sprachgeschichte.
Die vergleichende (komparative) Phonetik vergleicht die Lauterscheinungen von zwei oder mehreren verwandten oder nicht verwandten Sprachen miteinander. Wenn der Vergleich auf die Gegenwart oder auf eine kurze Zeitspanne beschränkt wird, spricht man von einer synchronischen vergleichenden Phonetik. Erstreckt sich der Vergleich auf eine größere Zeitspanne, so hat man es mit einer diachronischen vergleichenden Phonetik zu tun.
Die synchronische vergleichende Phonetik hat neben der theoretischen Bedeutung für die Sprachkunde eine große praktische Bedeutung für den Fremdsprachenunterricht, denn die vergleichende Phonetik zeigt, wie sich das Lautsystem der Fremdsprache zum Lautsystem der Muttersprache verhält. Die Ergebnisse der vergleichenden Phonetik zeigen dem Lehrer, was dem Schüler bedeutendere oder geringere Schwierigkeiten macht, und helfen dem Methodiker zweisprachige Regeln zu schaffen.
Die diachronische vergleichende Phonetik der geschichtlichen Erforschung der Lautsysteme verwandter Sprachen, Sprachgruppen, Sprachfamilien.
Die angewandte Phonetik ist die Hilfswissenschaft für viele Gebiete praktischer Sprachanwendung und andere Wissenschaften. Die Arbeitsergebnisse der Phonetik finden ihre Bedeutung in der Sprecherziehung, der Schauspielkunst, der Musikwissenschaft, der Laletik, Logopädie und Pathologie der Stimme.
Oft wird auch die sogenannte experimentelle Phonetik als besonderer Zweig angesehen, jedoch haben wir es hier in Wirklichkeit mit einer besonderen instrumentalen Methode zu tun, die in allen Zweigen der Phonetik angewendet werden kann.

3. Grundbegriffe der Phonetik.
Die phonetischen Einheiten, die für die jeweilige Epoche in einer bestimmten Sprachgemeinschaft charakteristisch sind und nach bestimmten sprechsprachlichen Normen gebildet werden, müssen von allen Mitgliedern der Sprachgemeinschaft im Kommunikationsprozess gebraucht werden. Die phonetischen (lautlichen) Einheiten der Sprache sind Gegenstandsbereich der Phonetik. Die lautlichen Elemente sind: Sprechlaute, Silben, Akzentgruppen (phonetische Wörter), Sprechtakte (Syntagmen), Aussprüche (Sätze) und Äußerungen (Sprechtexte). Diese Redeeinheiten werden während der Segmentierung des Redestroms festgestellt.
Im Redestrom werden die Einzellaute nach bestimmten phonetischen Gesetzen mehr oder weniger modifiziert und einander angeglichen. Sie treten in verschiedenen Kombinationen in Form von Silben auf. Die einzelnen Silben werden in eine Struktur höheren Ordnungsgrades eingeordnet.
Die größte kommunikative Einheit - die Äußerung – ist ein geschlossenes Informationsgebilde, die aus mehreren Aussprüche besteht.
Als Mittel zur Verbindung einzelner Redeeinheiten im Kommunikationsprozess dient die Intonation. Sie kennzeichnet den Satz als Ausspruchseinheit, indem sie hauptsächlich durch den Melodieverlauf und die Akzentuierung, ob der Gedanke abgeschlossen oder nicht abgeschlossen ist.
Die Intonation untergliedert den Redestrom durch Tonhöhen-, Lautstärkeveränderungen und Sprechpause in kleinere Redeeinheiten. Die Prosodik ist die Lehre, die solche Mittel wie Tonhöhe, Akzent, Sprechtempo, Pausen usw. zum Gegenstand der Forschung und Beschreibung hat. Die Eigenschaften dieser Mittel sind für die Bildung der Redeeinheiten relevant.
Die phonetischen Erscheinungen, sowohl die Segmente als auch die Prosodik, bilden das phonetische System der Sprache, in dem jede phonetische Einheit in einem Zusammenhang mit den anderen phonetischen Einheiten steht.
Die Phonetik ist also die Lehre von den Lauten, ihren Verbindungen und Modifikationen im Sprechtakt.
Im Verlauf der geschichtlichen Entwicklung der phonetischen Wissenschaft hat sich aus der Phonetik die Phonologie herausgebildet, die die Funktion der Sprachlaute im Kommunikationsprozess erforscht.
Im Mittelpunkt der Phonologie stehen die kleinsten Einheiten der gesprochenen Sprache, die eine sprachliche Funktion ausüben. Die Phonologie stellt durch Vergleich und Abstraktion diese kleinsten Einheiten fest, die als Phoneme bezeichnet werden. Die größeren Einheiten der Phonologie nennt man Prosodeme und Intoneme.

4. Die phonetische Basis der Sprache. Die Artikulationsbasis. Die Besonderheiten der deutschen phonetischen Basis.
Unter dem Begriff “Artikulation” versteht man die Artikulationsphasen bei der Bildung des Lautes, die Erscheinung der Resonanz, die Besonderheiten der Phonetik und die Hindernisse bei der Bildung der Laute. Die Resonanz der Hohlräume im Sprechapparat bestimmt den Klang, der als Lautqualität wahrgenommen wird.
Jede konkrete Nationalsprache besitzt gewisse Besonderheiten und Gesetztmäßigkeiten für die Einstellungen und Bewegungen der Sprechorgane, deren Charakter sich von Sprache zu Sprache verändert. Der Begriff der phonetischen Basis umfaßt die Artikulations- und die Prosodische Basis.
Unter der Artikulationsbasis versteht man eine ganz bestimmte Lagerung und Bewegungsart der aktiven Teile der Artikulationsorgane, die für die gesamte Lautbildung einer Sprache charakteristisch ist.
Die Besonderheiten der Artikulationsbasis einer Sprache beziehen sich auf Artikulationsspannung, Lippentätigkeit, Mundöffnungsweite, Zungenlage, Gaumensegelfunktion und Kehlkopfstand.
Für die deutsche Artikulationsbasis sind eine energische Vorstülpung und Rundung der Lippen charakteristisch. Im Russischen fallen diese Artikulationsbesonderheiten weg.
Folgende Merkmale bestimmen die Einstellung der Sprechorgane:
- Die Lippen neigen im Deutschen zur hoch-ovalen Einstellung sowohl die den Vokalen als auch bei vielen Konsonanten. Die Lippenvorstülpung und das lockere Abheben der Lippen von den Zähnen, wodurch der sog. Mundvorhof enrsteht, erhöhen die Resonanzwirkung und verschieben die Artikulation nach vorn.
- Die Mundöffnungsweite im Deutschen weist viele graduelle Unterschiede auf. Sie kann einerseits relativ groß sein, andererseits kommt es nie zum Zahnreihenverschluß.
- Die Zungenspitze befindet sich in einem lockeren Kontakt mit den unteren Schneidezähnen. Im Sprechprozess kehrt die Zungenspitze immer wieder in diese Stellung zurück.
- Der Weichgaumen ist bei der deutschen Artikulation etwas gespannt und gehoben. Der Rauchenraum weitet sich.
- Die Stellung des Gaumensegels wird durch eine mehr oder weniger große Öffnung zum Nasenraum gekennzeichnet. Bei der Bildung der Nasale senkt sich das Gaumensegel. Bei der Bildung der Verschlußlaute wird der Nasenraum vollständig abgeschlossen.
- Die Stimmlippenlagen bei der Artikulation der deutschen Laute sind mannigfaltiger als bei der russischen Artikulation.
Bei der Artikulation der d-en stimmlosen Konsonanten nehmen die Stimmlippen eine erweiterte Stellung ein.
Die Besonderheiten der d-en Artikulationsbasis warden bei der Vorbereitung auf die Phonation in der Sprechbereitstellung sichtbar. Die Artikulationseinstellungen und Bewegungen dienen als Ausgangslage während des Sprechvorgangs, d.h., sie werden bei der Hervorbringung der Laute beibehalten.
Je höher die Zunge nach hinten gezogen wird, desto kleiner werden der Kieferwinkel und die Mundöffnung, desto größer wird die Lippenvorstülpung. Je starker die Zunge vorgeschoben wird, desto enger wird der Kieferwinkel, desto mehr werden die Lippen ausgeformt bzw. gerundet.
Die phonetische Basis bildet die prosodische Basis. Es gibt Sprachen mit größerem Energiebereich und die mit kleinerem Energiebereich. Der Energiebereich äußert sich in der Intensität der Silben und kommt in der Ausgeprägtheit des Silbengipfels besonders stark zum Ausdruck. Der Auslaut der Silbe ist bei gleichbleibender Energie lang auslaufend. Der Auslaut der betonten Silbe wird infolge der Unterenergie entstimmlicht, fortisiert.
Die Bewegungen der Sprechorgane können springhaft oder schriftweise erfolgen.
Der Melodieumfang des Deutschen ist viel kleiner als der des Russischen, was die d-e Rede für die russischen Muttersprachler monoton erscheinen läßt.
Unter dem Begriff Perzeptionsbasis werden auditive Muster zusammengefaßt, die der Hörer/Sprecher beim Spracherwerb aufbaut und speichert und mit deren Hilfe er phonematisch und intonematisch hört.

8. Die Grundzüge der deutschen Standardaussprache.
Das Schriftbild des Deutschen wiederspiegelt nur ein relativ ungenaues Bild der Laute. Jedoch kann man anhand der Rechtschreibung die wesentlichen Regeln für das Sprechen ableiten. Die Aussprache von Vokalen und Konsonanten ist mit der Position im Wort oder in der Wortgruppe und mit dem Akzent verbunden:
- die Sprechsilbe ist zu berücksichtigen, von deren Art (offen oder geschlossen) Qualität und Quantität des Vokals abhängen, z.B. keh-ren, kann
- Der Absatz der Vokale (die Art der Verbindung zum nächsten Laut) ist absolut stark bei den kurzen Vokalen, relativ stark bei den langen Vokalen
- Der Gebrauch des Neueinsatzes im Silbenanlaut ist zu beachten, z.B. an, und
- Die Reduktion des Schwa-Lautes [ә] in den Endsilben -en, -em, -el findet ihren Ausdruck, z.B. halten [haltn], oder [halten]
- Die Wechselbeziehungen zwischen Akzent, Silbe, Vokalqualität und Vokalquantität veranschaulichen folgende Beispiele: Dekan-Dekanat, Poet-Poesie
- Bei Doppelschreibung von Konsonanten in nicht zusammengesetzten Wörtern wird nur ein Konsonant gesprochen, z.B. lassen, hoffen
- Die Position des Konsonanten im Wort oder in der Wortgruppe und die Akzentstärke bestimmen den Grad der Behauchung der stimmlosen Verschlußlaute [p, t, k], z.B. Ton (starke Behauchung), 'Rente (schwache Behauchung), Stil (keine Behauchung)
- Im Wort- und Silbenauslaut werden keine stimmhaften Konsonanten gesprochen, z.B. Haus [s], aber Hauses [-zәs], fand [t], aber finden [d]
- Die Entstimmlichung der stimmhaften Konsonanten nach einer Sprechpause sowie nach und vor stimmlosen Konsonanten wird als normgerecht erklärt, z.B. Abbild [apbilt]
- Die moderne Norm erkennt drei Realisierungsformen des r-Lautes an. das in der Standardaussprache dominierende Reibe-[r], das Zäpfchen-[R] und das seltener zu verwendende Zungenspitzen-[r], z.B. Tür, Vater. Eine Ausnahme bildet das r nach dem langen а, wo das r voll realisiert werden soll, z.B. Haar, war.

Zu den wichtigsten Elementen der Intonation, die innerhalb einer kommunikativen Gemeinschaft nach bestimmten Normen gebraucht werden, gehört die Betonung im Satz, die Gliederung in Sprechtakte und die Tonführung. Man unterscheidet drei typische Verläufe für die Tonführung:
1. Tiefschluß für die abgeschlossene (terminale) Sprecheinheit;
2. Tonschwebe in der nicht abgeschlossenen (weiterweisenden, progredienten) Sprecheinheit;
3. Hochschluß in der fragenden (interrogativen) Sprecheinheit.

9. Die deutschen Mundarten.
Der Dialekt stellt eine Orts- und Raum gebundene, landschaftspezifische Existenzform der Sprache. Der Dialekt wird als Mittel der gesellschaftlichen Kommunikation hauptsächlich im mündlichen Alltagsgespräch vom engen Kreis der Sprecher verwendet. Die deutsche Lit-sprache hat sich unter dem entscheidenden Einfluss schriftlicher Kommunikationsformen ausgebildet. Sie ist weiträumig gültig und kann alle kommunikative Funktionen erfühlen. Sie existiert als gesprochene und geschriebene Sprache. Für Lit-sprachenorm gehört die normgerechte Aussprache, die Standartaussprache. Sie wird von jedem verstand und kann von jedem realisiert werden. Ihre Normen sind im „Großen Wörterbuch der deutsche Aussprache“ beschreiben.
Es gab viele Mundarten im deutschsprachigen Raum. Jede Mundart hat ihren Laut- und Formenbestand, Wortschatz, Satzbau und Intonation. Sie erfühlen die Funktion der Kommunikation im Alltagsgespräch. Das Wort „Mundart“ – von Philipp Zessen. Die Mundart ist eine bestimmte sprachliche Struktur und ruht auf eigenen Gesetzt. Dialekt entwickelt sich im Gegensatz zur Schriftsprache. Das spiegelt sich in Assimilationen, Dissimilationen, Abschwächungen wieder. (Kiner – Kinder)
Umgangssprache – Ergebnis eines Ausgleichs zwischen Mundarten und Lit-sprachen, sie ist immer mit einem bestimmten Dialekt verbunden.
Das Berlinische in seiner heutigen Form begann sich im 16 Jahr-rt herauszubilden. Im Laufe der Entwicklung wurden viele niederdeutsche Formen durch Hochdeutsch ersetzt, aber einige sind bis heute bewahrt (ik – ich). In Berlin gab es 3 Sprachen – niederdeutsche Mundart, Hochdeutsch und Berlinische.
Niederdeutsche D: Mecklenburgische (ich –ick, Bruder – Braur, S=T was-wat, Suff. chen=ign (Kindchen – Kinning)
Mitteldeutsche D: Obersächsische (p,t,k = f,s,h schlafen-slapan, Wasser- Water)
Oberdeutsche D: Bayerischen (S-stimmlos: so, sitzt, Sofa. A=O ich soge)

10. Umgangssprache und Dialekte. Das Berlinische und seine Geschichte.
Die Umgangssprachen sind als Ergebnis eines Ausgleichs zwischen Mundarten und Literatursprache entstanden. Da Mundarten und Literatursprache ständig auf die Umgangssprachen einwirken, sind Grenzen der Umgangssprachen nicht immer klar erkennbar.
Es gibt im deutschen Sprachraum verschiedene Umgangssprachen. Jede erstreckt sich über die Verbreitungsgebiete mehrerer Mundarten. Die Umgangssprache nimmt Wörter, Wortformen, Wendungen, Artikulationsgewohnheiten, Sprechmelodie und anderes aus den Mundarten auf. Die Umgangssprache wird in unterschiedlichen Situationen und zur Wiedergabe verschiedener Themen verwendet, vom vertraulichen Gespräch bis zur wissenschaftlichen Erörterung (объяснение). Umgangssprachen haben eine weitere territoriale Geltung als Mundarten. Die meisten regionalen Umgangssprachen weisen Schichten auch, die entweder der Mundart oder der Literatursprache näher stehen.
Die älteste Existenzform der Sprache sind Dialekte. Die Umgangssprache unterscheidet sich von den Dialekten als eine übermundartliche Sprachform. Die Umgangssprache ist immer mit einem bestimmten Dialekt verbunden, deshalb bleibt in der Aussprache vieler Deutscher auch in der Standardaussprache, die dialektale Färbung erhalten.
Die Umgangssprache hat sich erst im 19. Jahrhundert entwickelt. Die Umgangssprache diente den gebildeten Schichten der Bevölkerung als die Verkehrssprache mit den Angehörigen der gleichen Schicht und mit den Mundartsprechern.
In den verschiedenen Landschaften Deutschlands sind in der Umgangssprache bei den Lauten und in der Betonung Unterschiede festzustellen. So spricht man zum Beispiel für China in Bayern – „Kina“, in Hamburg – „Sina“, in Bayern betont man in der Konstruktion „Präposition-Pronomen“ stets das letzte, z.B. mit MIR, vor SICH, in der Umgangssprache anderer Gebiete Deutschlands betont man MIT mir, VOR sich usw.
Sprechmelodie, Akzente und Rhythmus der Mundarten bleiben aber in den entsprechenden Umgangssprachen beibehalten, so dass man im Gespräch die landschaftliche Zugehörigkeit der Sprechpartner leicht heraushören kann. Die mundartlichen Eigenschaften der Umgangssprache erschweren nicht die Verständigung unter den Deutschen, wie das beim Gebrauch der Mundarten leicht eintreten kann. In dieser Hinsicht steht die Umgangssprache der Hochsprache näher als die Mundart.
Das Berlinische in seiner heutigen Form begann sich im 16. Jhd. herauszubilden. Anfangs wies diese Sprache noch sehr viele niederdeutsche Elemente auf, z.B. „sejjen“ für „sagen“, „jie“ für „ihr“, „druten“ für „draußen“, „Besinge“ für „Heidelbeere“ (бузина). Im Laufe der Entwicklung wurden viele diese Formen durch hochsprachliche ersetzt. Aber einige sind bis heute bewahrt, z.B. ik – ich, dett – des, watt – was, allet – alles, bissken – bisschen, und auch „j“ für „g“, z.B. jut – gut, liejen – liegen. Häufig sind vor allem solche Laute aus der Mundart erhalten, die mit dem Obersächsischen übereinstimmen, z.B. „Kopp“ – „Kopf“, „Appel“ – „Apfel“. Deutsch ist das auch bei „ee“ statt „ei“ und „oo“ statt „au“, z.B. een – ein, alleene – alleine, koofen – kaufen. Dass man hochsprachliches „au“ manchmal als „o“ ausspricht, also „Haus“ oder „Hos“, dieser Unterschied stammt auch aus der Mundart.

Seit dem 16. Jhd. gab es also in Berlin 3 Sprachen: neben der niederdeutschen Mundart noch die Hochsprache und die Berlinische Umgangssprache. Meist gebrauchte man die Berlinische Umgangssprache. Bis zum 18. Jhd. sprachen sogar die meisten gebildeten so.
Die niederdeutsche Mundart wurde in der Altstadt Berlin am Anfang des 18. Jhd. von den letzten Bevölkerungsgruppen gesprochen, nämlich von den unteren sozialen Schichten. Ganz anders war es in Stadtvierteln, die heute zur Stadt Berlin gehören, bis 1920 aber selbständige Dörfer waren. In vielen dieser Dörfer sprach man noch bis 1900 Plattdeutsch, z.B. in Heinersdorf, Hellersdorf und Höhenschönhausen.

11. Österreichische Variante der deutschen Sprache. Besonderheiten der Vokale.
12. Österreichische Variante der deutschen Sprache. Besonderheiten der Konsonante.
13. Österreichische Variante der deutschen Sprache. Besonderheiten im Wortakzent.

Ö. hat sprachlich viel mit Süddeutschland und der Schweiz gemeinsam. Es gibt jedoch viele „Austriazismen“, Wörter, die nur in Ö. verwendet und manchmal nur dort verstanden werden. Ein Beispiel ist die Gewichtsbezeichnung Dekagramm (abgekürzt: Deka oder dag) für 10 Gramm. Sie gilt in ganz Ö., wird aber schon in Bayern nicht ohne weiteres verstanden.
Es gibt viele Wörter auf -erl, die allerdings gar nicht immer echte Verkleinerungen sind. Ein Mäderl ist wohl ein kleines Mädchen, ein Buberl ein kleiner Bub, ein Haserl ein kleiner Hase.
13. Im Alltag werden viele Österreicher ihre Mundart. Die Mundarten in den einzelnen Bundesländern unterscheiden sich oft stark voneinander. Der Wiener spricht anders als Kärntner, oder Tiroler.
1) In der österreichischen Variante gibt es längere Pausen zwischen den Taktgruppen.
2) Der Österreicher artikuliert die Vokale viel weiter im Mundraum, dabei nosalisiert er sie oft. z.B.: Hammer (Stadthammer)
3) Die Betonung führt zur einen starken Reduktion der unbetonten Silben. z.B.: gre՛den statt reden, ge՛schmissen – schmissen (швырять, бросать).
4) Das Redetempo des Österreichers ist viel langsamer als Deutschen. Die Sätze sind kleinen Emotion gefärbt.
5) Die Vokale werden leicht diphthongiert: i – ia, u – ua oder ue.
6) Eine besondere Qualität hat der Vokal a, der selbst verschieden klingen und auf andere Laute wirken kann:
- a kann nosalisiert Schattierungen erhalten
- a wirkt auf den sonoren Lauten l und verwendet l in i z.B.: Wald – Waid, Gold- Goid, fallen- foin, Schalter – Scholter.
7) Ähnliche positionellbedingte Änderungen beobachten wir beim Sonanten r, der sich in einen a – ähnliche Laut verwandelt. Dabei veränderte sich des vor stehende Vokals z.B.: Garten – Goaten, Hirn – Hian. Diese Veränderungen führen dazu, dass der Satz mehr Vokale enthält und melodischer klingt.
8) Das Verschlucken (проглатывание) der Lauten oder Silben ist der öst-schen Literatursprachen eigen. Also verlängerte Vokale in den betonten Silben, Diphthongierung der betonten Vokale, Reduktion, Veränderungen im Vokalismus, Verlangsame das Tempo.
9) In Wien wird der Aussagesatz nicht mit Tiefton, sondern mit dem Hochton am Ende ausgesprochen

In der öst-schen Varianten steht die Betonung in eine Reihe der Wörter auf der ersten Silbe – im deutschen auf anderen Silben. z.B.:
Österreichisch – a՛ntimon, a՛nis, La՛bor, Uniform, Ka՛ffee
Deutsch – antimo՛n, ani՛s, Labor, Unifo՛rm, Kaffe՛e
Es gibt Unterschiede in der Länge und Kürze der Vokale. Dem langen Vokal in Österreich entsprechen kurze Vokale in Deutsch die Ausnahme sind: Re՛bhung, Va՛hlfisch, Va՛hros, Sche՛f. Den kurzen Lauten in der öst-sche Variante entsprechen die Langen in Deutsch. z.B.:
Öst-sche Variante – Barsch, Städte, Nische, Husten, Aphische, Schuster (в австр.варианте произносится кратко)
Deutsche Variante – Barsch, Städte, Nische, Husten, Aphische, Schuster (чистильщик) (в нем. более протяжнее)

11. Es gibt Unterschiede der Vokale:
Der Vokal A. Der Vokal A ist in deutschen Variante kurz, lang, in der öst-schen Variante gibt es das sogenannte dumpfe, geschlossene a und das helle offene a. Im Wiener Dialekt ist das A in folgenden Wörtern geschlossen. Man spricht A und O aus.
Geschlossene: ab-aber, affer, dach, Wasser, Fahrer.
Offen: Kasse, Masse, Klasse, Lack.
Hier spricht man A – offener als in der deutschen Literatursprache.
Der Vokal E. In der öst-schen Variante gibt es kurzes geschlossene e und langes geschlossene e. In der deutschen Variante ist das geschlossene e nur lang.
1) Alle Wörter mit dem Umlaut sprecht man mit dem geschlossene e. z.B.: die Epfe - die Äpfel, die Wesch -die Wäsche, Beck – Bäcker
2) Folgende Wörter spricht man mit dem offene e z.B.: Se, Re (косуля), Schne, Verben: sten, geen
3) Geschlossen spricht man später – speter. Aber die Verfasser des „ös-schen Blattes“ zu Siebs „deutsche Bühnenaussprache“ empfehlen in den offiziellen Reden das kurze e offen und das lange e geschlossen auszusprechen, Ausnahme ist ä.
4) Das e wird in den Silben een, eel nicht ausgesprochen. z.B.: leesen, Reegel.
5) Im Suffix -age wird e nicht ausgesprochen. Ageotage – Ageotag (говорят австрийцы), Etage – Etage.
6) Das e wird in den Endungen nicht ausgesprochen. z.B.: Bronz, Lied – Lid, Chance
7) Die Vokale i,o,ü,ö werden nicht besonders offen ausgesprochen und unterscheiden sich auch von den Vokale. In allen Positionen bleiben kurze Vokale in Österreich neutral, das heißt nicht offen.

12. Besonderheiten der Konsonanten. In der öst-sche Variante befinden sich die Konsonanten unter dem Einfluss des Dialekts.
Der Konsonant L. Nach dem langen a, nach o und u verwandelt sich L im Dialekt zu z.B.: Gold – Goid, Schule, Schui. Nach anderen Vokalen bleibt L überhaupt nicht erhalten und auch verändert die Qualität der Vokale. Das nicht labialisierte i verwandelt sich unter dem Einfluss von L in einen labialisierten Laut ü. z.B.: viel – vül, mild – müd, Gefühl – Gfü.
Der Konsonant N. In der öst-sche Umgangssprache in den Endpositionen nicht ausgesprochen. Der vorstehende Vokal wird nosalisiert. z.B.: leben – lem, anmerken – ammerken. In den fremd Wörtern wird N am Ende ausgesprochen, in der Vokal nicht nosalisiert. In Deutsch wird n nicht ausgesprochen und den Vokal nicht nasal.
Der Konsonant R. In Deutsch sind die r Lautenorm Fordernzungen (переднеязычные) Vibrant und Zäpfchen. In Österreich ist den Fordernzugen Laut gebräuchlich. Nach a wird r immer ausgesprochen. z.B.: Jah – Jahr, arbeiten – arbeiten. Hach kurzem Vokale Worf – Wurf. Am Ende der Wörter kann R vokalisiert werden. Im Suffiks –ier wird r in Österreich ausgesprochen. z.B.: Portier-Portir, Brigadier-Brigadir.
запись создана: 20.01.2016 в 08:00

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