3. Die Arten der Melodie und ihre Anwendung.
Man unterscheidet 3 Arten der Melodie: die terminale (fallende, abschließende, Tiefschluß ), die progrediente (schwebende, weiterweisende, Halbschluß ) und die interrogative (steigende, fragende, Hochschluß ).
• Terminale Melodie (Tiefschluß )
Die terminale Melodie zeigt, daß die Aussage vollendet ist. Sie wird in Aussagesätzen, in Ausrufesätzen und in Fragesätzen mit Fragewort angewendet, z.B.: Er fuhr nach Hause. Mach keine Fehler! Wo wohnt deine Freundin?
Da die Melodie mit der Satzbetonung verbunden ist, nennt man die Tonführung, die die Schwerpunktsilbe und den Nachlauf bei der Abgeschlossenheit des Gedankens charakterisieren, auch die terminale Intonation.
Für die terminale Melodie ist ein fallender Tonverlauf bis zum Tiefton charakteristisch.

Man unterscheidet zweierlei Arten der terminalen Melodie: 1. der Stimmton kann schroff vom Mittelton in den Tiefton sinken, 2. der Stimmton kann den Tiefton stufenweise erreichen.
• Wenn es im Satz nur ein sinnwichtiges Wort – das Neue – gibt, besteht der Vollauf nur aus der Schwerpunktsilbe. Der Stimmton steigt zuerst innerhalb dieser Silbe etwas an und sinkt dann schroff in den Tiefton.
Der Vorlauf wird im neutralen Ton gesprochen, mit fallender Tendenz, wenn er erweitert ist. Wenn es im Satz einen Nachlauf gibt, kann die Schwerpunktsilbe auch mitteltonig bleiben.
• Wenn der Satz mehrere sinnwichtige Wörter enthält, unterscheiden wir den Vorlauf, den Vollauf (oder den rhythmischen Körper) und den Nachlauf. Im Vollauf haben wir einen stufen weisen Abstieg des Stimmtons auf den betonten Silben. Die erste betonte Silbe wird im Mittelton gesprochen, sie ist die höchste im Satz. Die unbetonten Silben des Vollaufs schließen sich tonal den vor- und nachstehenden betonten Silben an.
• Die Schwerpunktsilbe beginnt höher, wenn im Satz wenige sinnwichtige Wörter sind, und tiefer, wenn mehrere sinnwichtige Wörter im Satz sind.
Die terminale Melodie kann auch durch ein Pfeifchen nach unten über der Schwerpunktsilbe bezeichnet werden, z. B.: Sie "kommen ja schon. Der 'Zug kommt heute um "sechs. Was hat er dir er"zählt?

ist die Veränderung der Tonhöhe beim Sprechen. Sie bestimmt den Satztyp nach dem Ziel der Aussage und zeigt die Abgeschlossenheit oder Nichtabgeschlossenheit des Gedankens.

1. Bezeichnung der Melodie.
Die Melodie kann verschieden bezeichnet werden: mit Pfeilchen auf der betonten Silbe, die die Richtung der Tonführung angeben, mit einer krummen Linie über dem ganzen Satz, mit Punkten auf den unbetonten Silben und geraden oder krummen Linien auf den betonten Silben, die die Tonführung jeder Silbe des Satzes angeben.
Es sind vier Tonhöhen zu unterscheiden: der Hochton, der Mittelton, der neutrale Ton und der Tiefton.

Der Satz „Sie "kommen“ besteht aus drei Silben: die erste Silbe „Sie“ ist unbetont, sie wird im neutralen Ton gesprochen, über dieser Silbe (oder im Intonationsschema) steht ein Punkt. Die zweite Silbe (die betonte Silbe des Neuen „kommen“ ist betont, sie beginnt etwas höher als die unbetonte Silbe; innerhalb dieser Silbe steigt der Ton ein wenig und fällt dann bis zum Tiefton; diese Tonführung zeigt eine krumme Linie über dieser Silbe (oder im Intonationsschema). Diese betonte Silbe kann man auch im Mittelton sprechen, ohne Veränderung der Tonhöhe innerhalb dieser Silbe. Dann steht über dieser Silbe (oder im Intonationsschema) eine gerade Linie. Die dritte Silbe ist unbetont, sie wird im Tiefton gesprochen, wird also mit einem Punkt bezeichnet.

2. Melodie und Satzbetonung.
Die Melodie ist mit der Satzbetonung eng verbunden. Die Veränderung der Tonhöhe geht besonders deutlich auf den betonten Silben vor sich. Man unterscheidet im Satz drei Elemente der Intonationsstruktur: den Vorlauf, den Vollauf und den Nachlauf.
Zum Vorlauf gehören alle unbetonten Silben, die vor der ersten betonten Silbe stehen. Der Vollauf beginnt mit der ersten betonten Silbe und endet mit der Schwerpunktsilbe. Zum Nachlauf gehören alle Silben, die der Schwerpunktsilbe folgen.

Der Vorlauf wird im neutralen Ton gesprochen.
Der Vollauf beginnt im Mittelton, die Melodie sinkt stufenweise auf den betonten Silben, am tiefsten beginnt die Schwerpunktsilbe, die in der Regel bis zum Tiefton sinkt; die unbetonten Silben des Vollaufs schließen sich ihrer Tonhöhe nach den vor- und nachstehenden betonten Silben an.
Der Nachlauf wird im Tiefton gesprochen.
Die Tonhöhe am Anfang des Satzes hängt davon ab, ob der Satz einen Vorlauf hat. Wenn es im Satz keinen Vorlauf gibt, beginnt er im Mittelton.
Wenn der Vorlauf lang ist, nennt man ihn einen erweiterten Vorlauf.
Je näher zum Anfang des Satzes die Schwerpunktsilbe steht, desto eher sinkt die Stimme in den Tiefton, desto länger ist der Nachlauf; so einen Nachlauf nennt man einen erweiterten Nachlauf.