убил лису – сам съел колобка.
ОПРЕДЕЛЕНИЯ
читать дальшеВНИЗ Terminale Melodie (Tiefschluß, abschließende, fallende) zeigt, daß die Aussage vollendet ist. Sie wird in Aussagesätzen, in Ausrufesätzen und in Fragesätzen mit Fragewort angewendet.
СЕРЕДИНА Progrediente Melodie (Halbschluß, weiterweisende) zeigt die Nichtabgeschlossenheit des Gedankens. Sie wird in Eingangs- und Zwischensyntagmen angewendet.
ВВЕРХ Interrogative Melodie (Hochschluß, steigende, fragende) drückt eine Frage aus. Sie wird in Fragesätzen ohne Fragewort gebraucht, manchmal auch in Fragesätzen mit Fragewort.
Satzreihe – ein zusammengesetzter Satz, der aus 2 / mehreren Sätzen besteht, die durch Konjunktionen oder konjunktionelos verbunden sind. Die Sätze sind grammatisch unabhängig. Dafür hängen sie inhaltlich eng zusammen.
Satzgefüge – ein komplexer Satz, der mindestens aus einem Hauptsatz und einem Nebensatz besteht. Der Nebensatz ist den Hauptsatz untergeordnet und erfüllt die Funktion des Satzgliedes des Hauptsatzes.
Freie Appositionen bilden selbständige Syntagmen und werden mit ebenso einer Tonführung gesprochen wie das Substantiv.
Doppelfrage – Fragesätze ohne Fragewort, denen eine zweite Frage angefügt ist, besteht aus 2 Syntagmen mit einem sinnwichtigen Wort.
Bestätigungsfragen – Fragen, die der Fragende bestätigt bekommen will. Die Wortfolge wie im Aussagesatz. Terminale Sätze. Das Prädikat bildet das Neue und bekommt die Schwerpunktsilbe.
Die Fragesätze – verschiedene Satzformen, die hauptsächlich verwendet werden, um eine Frage zu äußern.
Intonation
§ 38. Die Intonation und ihre Rolle
читать дальше1. Zur Intonation gehören alle phonetischen Mittel, die die Rede organisieren, d. h. die beim Sprechen die einzelnen Wörter in Wortgruppen, Syntagmen und Sätze vereinen, die die Art des Satzes nach dem Ziel der Aussage bestimmen und die das Verhältnis des Sprechenden zur Aussage charakterisieren.
2. Jeder gesprochene Satz wird intoniert. Die Wörter „Sie“, „kommen“, „schon“ können verschiedene Sätze nach dem Ziel der Aussage bilden; „Sie kommen schon.“ (Aussagesatz); „Sie kommen schon?“ (Fragesatz); „Sie kommen schon!“ (Ausrufesatz).
3. In der schriftlichen Sprache bestimmen die Interpunktionszeichen die Art des Satzes. Beim Sprechen bestimmt die Intonation die Art des Satzes.
4. Die Intonation ist ein phonetisch-syntaktisches Mittel. Manchmal ist die Intonation das einzige Mittel, das die Satzart bestimmt. In. dem obenangeführten Satz (Sie kommen schon) zeigt nur die Intonation, ob es ein Aussage-. Frage- oder. Ausrufesatz ist. In anderen Fällen bestimmt die Intonation zusammen mit anderen Mitteln (lexikalischen und syntaktischen) die Art des Satzes.
5. Im Fragesatz mit Fragewort bestimmt das Fragewort und die Intonation die Art des Satzes, im Fragesatz ohne Fragewort die Wortfolge und die Intonation, z.B.: „Wer kommt mit?“
6. Die Intonation kann auch das Verhältnis des Sprechenden zur Aussage charakterisieren und auch die Gefühle des Sprechenden zeigen. Der Satz kann ruhig, gleichgültig, freudig, empört, erstaunt, unzufrieden usw. klingen.
Alle diese Sätze klingen dann ganz verschieden. Wenn der Sprechende seine Gefühle stark zum Ausdruck bringt, d. h. wenn seine Rede emotionell gefärbt ist, ist die Intonation emphatisch. Die Intonation ist also ein wichtiges Kommunikatives Mittel.
§ 39. Die Komponenten der Intonation
читать дальшеDie Intonation ist eine komplizierte phonetische Einheit. Zu den Komponenten der Intonation gehören: die Pausen, die Satzbetonung, die Melodie, das Tempo, die Tonstärke und die Tonfärbung. Diese Komponenten sind eng miteinander Verbunden und treten im Komplex auf.
1. Die Pause ist eine Gliederung der Rede, die durch verschiedene Mittel entstehen kann.
2. Die Satzbetonung ist die Hervorhebung der wichtigen Begriffe im Satz. Sie Entsteht durch die starke Spannung aller artikulierenden Sprachorgane und ist mit der Veränderung der Tonhöhe und des Tempos verbunden.
3. Unter d er. Me1оdie versieht man die Stimmlage und die Tonführung beim Sprechen, d. h, die Tonhöhenveränderungen der Stimme beim Sprechen. Es sind vier Stimmlagen zu unterscheiden: die hohe, die mittlere, die neutrale und die tiefe.
4. Das Tempo ist ein schnelleres oder langsameres Sprechen, es ist mit der Betonung eng verbunden.
5. Die Tonstärke ist ein leiseres oder lauteres Sprechen.
6. Unter der Tonfärbung versteht man die Klangfarbe der Stimme. Die Tonfärbung ist individuell: verschiedene Stimmen unterscheiden sich voneinander durch die Tonfärbung.
Alle Komponenten der Intonation treten im Satz vereint auf, doch ist ihre Rolle verschieden.
§ 40. Die Pausen
читать дальшеDie Pausen и dienen zur Gliederung der Rede. Man unterscheidet zwei Arten von Pausen: abschließende und verbindende.
1. Absch1ießnde Pausen trennen die Sätze voneinander, sie werden in der Transkription mit zwei vertikalen Strichen bezeichnet. Am Ende des Satzes steht immer eine abschließende Pause. Abschließende Pausen sind obligatorisch; sie sind immer zeitlich (временный).
Ich erwachte || Es war noch früh || Ringsum war tiefe Stille.
2. Verbindende Pausen verbinden einzelne Sätze eines zusammengesetzten Satzes oder einzelne Syntagmen eines einfachen Satzes.
Verbindende Pausen werden in der Transkription mit einem vertikalen Strich bezeichnet. Sie sind meistens zeitlich.
§ 41. Satzbetonung (ударения)
читать дальше1. Begriff der Satzbetonung. Das kommunikative Zentrum (das Neue) und die Schwerpunktsilbe.
Unter der Satzbetonung versteht man das Hervorheben (акцентирование) der inhaltlich wichtigen Wörter im Satz.
Inhaltlich wichtig, oder sinnwichtig, sind Wörter, die wesentliche (важный) Informationen enthalten. Zum Unterschied von der Wortbetonung ist die Satzbetonung logisch, d. h. jedes Wort im Satz kann betont werden, wenn es. sinnwichtig ist.
Das Neue ist am stärksten betont. Es bekommt die starke Satzbetonung. Die starke Satzbetonung bezeichnet man mit zwei kurzen Strichen vor der betonten Silbe.
Jedes Wort im Satz kann das kommunikative Zentrum bilden, z. B.: "Ich gehe ins Theater (nicht du).
Die betonte Silbe des Neuen bildet den Schwerpunkt (суть, центр тяжести) (die Schwerpunktsilbe) im Satz. Sie wird gewöhnlich lauter, langsamer und mit Veränderung der Tonhöhe gesprochen.
2. Die Betonungsgrade (степени ударения) und ihre Bezeichnung.
Ein Wort im Satz, das Neue, enthält immer die wichtigste Information. Außer dem Neuen, das die starke Satzbetonung bekommt, können auch andere Wörter sinnwichtig sein. Solche sinnwichtigen Wörter stehen immer vor dem Neuen. Sie werden im Satz auch betont, aber schwächer als das Neue, sie bekommen eine schwache Satzbetonung. z. B.: 'Schönes "Wetter ist heute.
Man unterscheidet im Satz zwei Stufen der Satzbetonung: die starke (die letzte im Satz) und die schwache.
Es hängt vom Kontext, von der Sprechsituation und auch vom Sprechenden ab, welche Wörter er für sinnwichtig hält und betont. Deshalb kann in ein und demselben Satz nur eine starke Satzbetonung sein oder auch eine oder mehrere schwache Satzbetonungen, z. B.: Ich lese einen interessanten Ar"tikel. Ich lese einen interes'santen Ar"tikel. Ich 'lese einen interes'santen Ar"tikel.
Außerdem hängt die Anzahl der betonten Wörter im Satz auch vom Sprechtempo ab. Je langsamer man spricht, desto mehr Wörter betont man.
§ 42. Das Syntagma
читать дальшеEin Syntagma nennt man einen verhältnismäßig (относительно) selbständigen Teil des Satzes, der inhaltlich verbunden ist und durch syntaktische Mittel (Rektion - управление und Kongruenz - согласование) und phonetische Mittel (Intonation) organisiert ist.
Ein Satz kann aus einem oder aus mehreren. Syntagmen bestehen, z. B.: Er schreibt || (ein Syntagma); Meine beiden 'Brüder | sind 'heute nicht zu "Hause. (zwei Syntagmen)
Die Gliederung (членение) des Satzes in Syntagmen hängt vom syntaktischen Bau des Satzes und auch von der Absicht (умысел) des Sprechenden ab.
Am Ende des Syntagmas steht eine Pause. Die. Syntagmen, die am Anfang und in der Mitte des Satzes stehen, nennt man Eingangs- und Zwischensyntagmen. Das letzte Syntagma nennt man das Endsyntagma.
Die Melodie der Eingangs- und Zwischensyntagmen unterscheidet sich von der Melodie der Endsyntagmen.
Folgende Wörter und Wortgruppen können, wenn es der Absicht des Sprechenden entspricht (соотв. умыслу говорящего), selbständige Syntagmen bilden:
1. Erweiterte Subjektgruppen (подлежащ.): Dieser berühmte russische Schriftsteller | lebte lange auf der Krim.
2. Subjekte, die durch Eigennamen ausgedrückt sind (выражаются): Bobby | war gekleidet wie zum Hofball.
3. Gleichartige erweiterte Satzglieder (члены предложения): Sie nahm das Buch | und begann darin zu blättern.
4. Nebenglieder (второстепенные чл. пр.) bei invertierter Wortfolge: Schon Tage vorher | waren alle voller Unruhe.
5. Konjugierbare Teile des Prädikats (спрягаемые части сказуемого) mit den ihnen nachfolgenden Satzgliedern: Diese Bemerkung | kostete sie ein kleines Vermögen.
6. Das letzte Nebenglied von mehreren Nebengliedern: Am gleichen Abend noch | erschien Ethel gegen Abend | in der toten Tunnelstadt.
7. Die einzelnen (отдельные) Sätze eines zusammengesetzten (сложного) Satzes: Wir machen zuerst diese Arbeit, | dann gehen wir in den Laden.
8. Anreden (обращения) oder konjugierte (спряг.) Teile des Prädikats (сказуемого) mit der Anrede, die am Anfang des Satzes stehen: Olga, gib mir bitte das Buch.
9. Infinitivgruppen (инфинитивный обороты) und Partizipialwendungen (причастные обороты): Er bereute nun, | hierhergekommen zu sein.
10. Appositionen und Einschaltungen (приложение и вставки): Der Tag im Mai, | ein Sonntag obendrein, | brachte viel Sonnenschein.
11. Vergleiche: Er hatte dunkle Augen | wie sein Bruder.
12. Erweiterte Attributgruppen: Er wies auf das | vor Schrecken zitternde Mädchen.
§ 43. Regeln der Satzbetonung
читать дальше1. Einfache nichterweiterte Sätze bilden ein Syntagma. In solchen Sätzen bezeichnet das Prädikat gewöhnlich das Neue und hat die starke Satzbetonung, das Subjekt hat eine schwache Satzbetonung oder ist unbetont, wenn es durch ein Pronomen ausgedrückt ist.
2. Erweiterte Sätze mit gerader Wortfolge, die ein Syntagma bilden, haben die starke Satzbetonung auf den letzten Nebenglied, die anderen Nebenglieder bekommen eine schwache Satzbetonung, das Prädikat ist unbetont.
3. Erweiterte Sätze mit invertierter Wortfolge haben die starke Satzbetonung auf den letzten Nebenglied oder auf dem Subjekt, das Prädikat ist unbetont.
4. In Sätzen, die aus mehreren Syntagmen bestehen, ist die starke Satzbetonung gewöhnlich im letzten Syntagma. Das letzte Syntagma kann auch schwache Satzbetonungen enthalten.
5. Gleichstarke (равносильные) Satzbetonung in einem Syntagma können folgende Satzglieder haben:
a) vorangestellte Attribute und Substantive (препозиционные определения и сущ.), die sie bestimmen.
b) gleichartige Satzglieder in Eingangs- und Zwischensyntagmen,
c) einige Nebenglieder wie z. B. zwei Adverbialien (наречия) der Art und Weise (образа действий), z. B.: Es war eine 'ganz 'ungewöhnliche "Antwort.
6. Wenn der Satz Einschaltungen (вставки в текст) erhält, die ihn in zwei Teile teilen, bekommt der konjugierbare (спрягаемая) Teil des Prädikats (сказуемого) im ersten Syntagma, auch wenn es ein Hilfs- oder Modalverb ist, eine schwache Satzbetonung, z. B.: Er 'ist, | es wurde schon gesagt, | ein ausgezeichneter Ingenieur.
7. Wenn der Satz eine erweiterte Attributgruppe enthält, bekommt der Artikel, der von der übrigen Gruppe durch eine Pause getrennt wird, eine schwache Satzbetonung.
8. In Fragesätzen mit Fragewort ist gewöhnlich das Prädikat oder ein Nebenglied stark betont, z. B.: Wer "fehlt heute?
9. Im elliptischen (эллиптический) Fragesatz, der ein Nebenglied enthält, wird dies Nebenglied stark betont: Was "nun?
10. Ein besonderer Fall eines Fragesatzes mit Fragewort ist der Fragesatz zu jedem Satzglied bei der grammatischen Analyse. Das Fragewort ist stark betonnt: Was haben Sie ge"macht?
§ 44. Die Melodie
читать дальшеist die Veränderung der Tonhöhe beim Sprechen. Sie bestimmt den Satztyp nach dem Ziel der Aussage und zeigt die Abgeschlossenheit oder Nichtabgeschlossenheit des Gedankens.
1. Bezeichnung der Melodie.
Die Melodie kann verschieden bezeichnet werden: mit Pfeilchen auf der betonten Silbe, die die Richtung der Tonführung angeben, mit einer krummen Linie über dem ganzen Satz, mit Punkten auf den unbetonten Silben und geraden oder krummen Linien auf den betonten Silben, die die Tonführung jeder Silbe des Satzes angeben.
Es sind vier Tonhöhen zu unterscheiden: der Hochton, der Mittelton, der neutrale Ton und der Tiefton.
Der Satz „Sie "kommen“ besteht aus drei Silben: die erste Silbe „Sie“ ist unbetont, sie wird im neutralen Ton gesprochen, über dieser Silbe (oder im Intonationsschema) steht ein Punkt. Die zweite Silbe (die betonte Silbe des Neuen „kommen“ ist betont, sie beginnt etwas höher als die unbetonte Silbe; innerhalb dieser Silbe steigt der Ton ein wenig und fällt dann bis zum Tiefton; diese Tonführung zeigt eine krumme Linie über dieser Silbe (oder im Intonationsschema). Diese betonte Silbe kann man auch im Mittelton sprechen, ohne Veränderung der Tonhöhe innerhalb dieser Silbe. Dann steht über dieser Silbe (oder im Intonationsschema) eine gerade Linie. Die dritte Silbe ist unbetont, sie wird im Tiefton gesprochen, wird also mit einem Punkt bezeichnet.
2. Melodie und Satzbetonung.
Die Melodie ist mit der Satzbetonung eng verbunden. Die Veränderung der Tonhöhe geht besonders deutlich auf den betonten Silben vor sich. Man unterscheidet im Satz drei Elemente der Intonationsstruktur: den Vorlauf, den Vollauf und den Nachlauf.
Zum Vorlauf gehören alle unbetonten Silben, die vor der ersten betonten Silbe stehen. Der Vollauf beginnt mit der ersten betonten Silbe und endet mit der Schwerpunktsilbe. Zum Nachlauf gehören alle Silben, die der Schwerpunktsilbe folgen.
Der Vorlauf wird im neutralen Ton gesprochen.
Der Vollauf beginnt im Mittelton, die Melodie sinkt stufenweise auf den betonten Silben, am tiefsten beginnt die Schwerpunktsilbe, die in der Regel bis zum Tiefton sinkt; die unbetonten Silben des Vorlaufs schließen sich ihrer Tonhöhe nach den vor- und nachstehenden betonten Silben an.
Der Nachlauf wird im Tiefton gesprochen.
Die Tonhöhe am Anfang des Satzes hängt davon ab, ob der Satz einen Vorlauf hat. Wenn es im Satz keinen Vorlauf gibt, beginnt er im Mittelton.
Wenn der Vorlauf lang ist, nennt man ihn einen erweiterten Vorlauf.
Je näher zum Anfang des Satzes die Schwerpunktsilbe steht, desto eher sinkt die Stimme in den Tiefton, desto länger ist der Nachlauf; so einen Nachlauf nennt man einen erweiterten Nachlauf.
3. Die Arten der Melodie und ihre Anwendung.
читать дальшеMan unterscheidet 3 Arten der Melodie: die terminale (fallende, abschließende, Tiefschluß
, die progrediente (schwebende, weiterweisende, Halbschluß
und die interrogative (steigende, fragende, Hochschluß
.
a) Terminale Melodie (Tiefschluß
Die terminale Melodie zeigt, daß die Aussage vollendet ist. Sie wird in Aussagesätzen, in Ausrufesätzen und in Fragesätzen mit Fragewort angewendet, z.B.: Er fuhr nach Hause. Mach keine Fehler! Wo wohnt deine Freundin?
Da die Melodie mit der Satzbetonung verbunden ist, nennt man die Tonführung, die die Schwerpunktsilbe und den Nachlauf bei der Abgeschlossenheit des Gedankens charakterisiert, auch die terminale Intonation.
Für die terminale Melodie ist ein fallender Tonverlauf bis zum Tiefton charakteristisch.
Man unterscheidet zweierlei Arten der terminalen Melodie: 1. der Stimmton kann schroff vom Mittelton in den Tiefton sinken, 2. der Stimmton kann den Tiefton stufenweise erreichen.
Wenn es im Satz nur ein sinnwichtiges Wort – das Neue – gibt, besteht der Vollauf nur aus der Schwerpunktsilbe. Der Stimmton steigt zuerst innerhalb dieser Silbe etwas an und sinkt dann schroff in den Tiefton.
Der Vorlauf wird im neutralen Ton gesprochen, mit fallender Tendenz, wenn er erweitert ist. Wenn es im Satz einen Nachlauf gibt, kann die Schwerpunktsilbe auch mitteltonig bleiben.
Wenn der Satz mehrere sinnwichtige Wörter enthält, unterscheiden wir den Vorlauf, den Vollauf (oder den rhythmischen Körper) und den Nachlauf. Im Vollauf haben wir einen stufen weisen Abstieg des Stimmtons auf den betonten Silben. Die erste betonte Silbe wird im Mittelton gesprochen, sie ist die höchste im Satz. Die unbetonten Silben des Vorlaufs schließen sich tonal den vor- und nachstehenden betonten Silben an.
Die Schwerpunktsilbe beginnt höher, wenn im Satz wenige sinnwichtige Wörter sind, und tiefer, wenn mehrere sinnwichtige Wörter im Satz sind.
Die terminale Melodie kann auch durch ein Pfeifchen nach unten über der Schwerpunktsilbe bezeichnet werden, z. B.: Sie "kommen ja schon. Der 'Zug kommt heute um "sechs. Was hat er dir erzählt?
b) Progrediente Melodie (Halbschluß
.
Die progrediente oder weiterweisende Melodie zeigt die Nichtabgeschlossenheit des Gedankens. Sie wird in Eingangs- und Zwischensyntagmen angewendet, z. B. Als er nach Hause kam…
Für die progrediente Melodie ist charakteristisch, dass sie nie im Tiefton endet: das Syntagma beginnt im neutralen Ton oder im Mittelton, der Stimmton kann stufenweise bis zum neutralen Ton fallen. Der Nachlauf kann etwas höher, seltener etwas tiefer gesprochen werden.
c) Interrogative Melodie (Hochschluß
.
Die interrogative Melodie drückt gewöhnlich eine Frage aus. Sie wird in Fragesätzen ohne Fragewort gebraucht, manchmal auch in Fragesätzen mit Fragewort, z. B.: Was darf ich Ihnen "anbieten?
Für die interrogative Melodie ist ein steigender Tonverlauf bis zum Hochton charakteristisch: der Vorlauf beginnt im Mittelton, die Schwerpunktsilbe beginnt im neutralen Ton und steigt bis zum Hochton.
Im. Deutschen steigt der Ton gerade auf den unbetonten Silben des Nachlaufs.
§ 45. Das Tempo
читать дальшеDas Tempo hilft auch bei der Hervorhebung (выделения) der wichtigen Begriffe im Satz, es ist mit der Betonung eng verbunden. Die betonten Wörter werden bedeutend langsamer ausgesprochen als die unbetonten. Besonders deutlich ist das, wenn es im Satz einen erweiterten Vorlauf oder einen erweiterten Nachlauf gibt. Die schnellgesprochenen Silben sind durch die kursive Schrift bezeichnet.
In schnellem Tempo sind auch Einschaltungen zu sprechen, z. B.: Er 'war, wie du es dir 'denken kannst, sehr er"regt.
§ 46. Die, Tonstärke
читать дальшеDie Tonstärke, d. h. ein lauteres oder leiseres Sprechen, kann absolut und relativ sein.
Die absolute Tonstärke hängt von der Stimme des Sprechenden ab und von den Verhältnissen (отношение), in deren der Sprechende sich befindet.
Wenn man in ein und derselben Situation bald lauter, bald leiser spricht, ist die Tonstärke relativ. Die Tonstärke verändert sich dann innerhalb eines Satzes oder innerhalb einiger Sätze, z. B.: Er ging, wie wir verabredet hatten, allein zur Versammlung.
Der Zwischensatz „wie wir verabredet hatten“ wird nicht nur in schnellerem Tempo, sondern auch leiser gesprochen als der Hauptsatz.
Die relative Tonstärke dient zur Hervorhebung wichtiger Begriffe im Satz. Gewöhnlich macht der Sprechende eine Pause, die die Spannung Zuhörer erhöht, und spricht langsam und leise: In seinen 'Armen das 'Kind | war "tot.
§ 47. Intonation einiger Satzarten.
1. Intonation der Aussagesätze (повествовательные предлож.) mit Infinitivgruppen: TP
2. Intonation der gleichartigen Satzglieder (однородные чл. пр.): TP
3. Intonation einfacher Sätze mit Absonderungen (обособление): T
4. Intonation der Sätze mit freien Appositionen: TP
5. Intonation der Satzreihe (ССП): TP
6. Intonation des Satzgefüges (СПП): TP
7. Intonation der Schaltsätze (вводные предлож.): T
8. Intonation eines zusammengesetzten (сложные) Fragesatzes ohne Fragewort: PI
9. Intonation der Doppelfrage (двойной вопрос): TPI
10. Intonation der Nachfrage (расспрос): I
11. Intonation der Bestätigungsfrage (утверждение): T
12. Intonation der Ausrufe- und Aufforderungsätze (требование): T
13. Intonation der Anrede (обращение): T
14. Intonation der Anführungssätze (цитирующие): TPI
читать дальше1. Intonation der Aussagesätze (повествовательные предлож.) mit Infinitivgruppen: TP
Infinitivgruppen bilden nicht immer selbständige Syntagmen. Wenn eine wenig erweiterte Infinitivgruppe am Ende des Satzes steht bildet sie kein selbständiges Syntagma. Solche Sätze haben dann ebenso wie einfache Sätze, die aus einem Syntagma bestehen und mehrere Betonungen haben, eine terminale Intonation mit stufenweisem Abstieg.
Erweiterte Infinitivgruppen am Ende des Satzes bilden selbständige Syntagmen. Der Tonhöhenunterschied zwischen dem ersten und zweiten .Syntagma ist nicht groß, die Infinitivgruppe beginnt nur ein wenig tiefer als das Ende des vorstehenden Syntagmas und hat die terminale Intonation.
Infinitivgruppen, die am Anfang oder in der Mitte des Satzes stehen, bilden immer selbständige Syntagmen und haben die progrediente Intonation.
Wenn die Infinitivgruppe eine Einschaltung ist, wird sie wie ein Schaltsatz gesprochen.
2. Intonation der gleichartigen Satzglieder (однородные чл. пр.): TP
Gleichartige Satzglieder können selbständige Syntagmen bilden und werden darin durch Pausen voneinander getrennt. Sie werden mit gleichstarker Betonung gesprochen, nur das letzte gleichartige Satzglied im Endsyntagma wird stärker betont, da es das Neue ist. Wenn die gleichartigen Satzglieder in Anfangs- oder Zwischensyntagmen stehen, ist die Intonation progredient, im Endsyntagma ist die Intonation terminal.
Die Sätze können aber auch ohne Pausen zwischen den gleichartigen Satzgliedern gesprochen werden. Dann fällt die Melodie stufenweise.
Wenn es im Satz nur zwei gleichartige Satzglieder gibt, die durch eine Konjunktion verbunden sind, bilden sie nie selbständige Syntagmen
Gleichartige Prädikatgruppen bilden selbständige Syntagmen, auch wenn sie durch eine Konjunktion verbunden sind. Im ersten Syntagma ist die progrediente Intonation, im letzten die terminale.
Sind die gleichartigen Satzglieder paarweise verbunden, so bilden solche Paare selbständige Syntagmen. Jedes dieser gleichartigen Satzglieder ist betont. Meistens ist das zweite Satzglied in jedem Wortpaar etwas stärker betont, doch dieser Unterschied in der Stärke der Betonung ist nur im letzten Syntagma von Bedeutung, in dem das letzte Satzglied die Rolle des Neuen spielt.
Wenn vor den gleichartigen Satzgliedern ein Satz mit einem verallgemeinernden Wort steht, wird dieser Satz mit terminaler Intonation gesprochen; vor den gleichartigen Satzgliedern muß eine abschließende Pause sein.
3. Intonation einfacher Sätze mit Absonderungen (обособление): T
Wenn der Satz eine Absonderung, eine Erklärung oder eine genauere Bezeichnung des Inhalts enthält, bildet diese Absonderung ein selbständiges Syntagma. Solche Syntagmen werden in der Schrift durch ein Komma vom übrigen Satz getrennt, der dann inhaltlich abgeschlossen ist, das Neue enthält und mit terminaler Intonation gesprochen wird.
Das zweite Syntagma kann inhaltlich auch wichtig sein; dann haben beide Syntagmen die terminale Intonation. Das zweite Syntagma kann aber auch weniger wichtig sein, dann wird es wie ein Nachlauf in schnellem Tempo gesprochen, z. B.: 'Sonntags kam Georg zu''rück, | 'braun und ''lustig.
4. Intonation der Sätze mit freien Appositionen: TP
Freie Appositionen bilden selbständige Syntagmen. Die freie Apposition wird mit ebenso einer Tonführung gesprochen wie das Substantiv:
a) sie wird progredient gesprochen, wenn sie in der Mitte steht, z. B.: 'Harländer, | ein mittelgroßer 'Mann mit weißen 'Haaren, | nahm seine 'Aktentasche und "ging.
b) sie hat die terminale Intonation, wenn die Apposition am Ende des Satzes steht. Der Satz ist in diesem Falle schon vor der Apposition inhaltlich abgeschlossen und wird mit terminaler Intonation gesprochen.
Die Apposition bestimmt genauer das Substantiv (das Neue), auf das sie sich bezieht, und wird auch wie ein selbständiger Satz mit terminaler Intonation gesprochen, z. B.: Sie gingen durch den 'Wald, | einen 'hohen "Tannenwald.
Wenn nach dem Substantiv mehrere Appositionen stehen, so haben sie alle die terminale Intonation. Jede Apposition teilt etwas Neues mit.
5. Intonation der Satzreihe (ССП): TP
Die einzelnen Sätze einer Satzreihe bilden immer selbständige Syntagmen und werden durch Pausen voneinander getrennt. Diese Sätze können inhaltlich eng oder weniger eng verbunden sein. Wenn die Sätze eng miteinander verbunden sind, haben die ersten Sätze die progrediente Intonation, der letzte Satz hat die terminale Intonation, z. B.: Da 'rührte sich draußen auf dem 'Flur etwas, | und 'Käthe sprang 'rasch an die "Tür.
Wenn die Sätze der Satzreihe inhaltlich weniger eng verbunden sind, enthält jeder einzelne Satz ein Neues und wird mit terminaler Intonation gesprochen.
Es hängt in der Satzreihe nur vom Inhalt ab, ob die Intonation progredient oder terminal ist. Das Komma zeigt keinesfalls die Art der Melodie.
6. Intonation des Satzgefüges (СПП): TP
Die einzelnen Sätze eines Satzgefüges bilden selbständige Syntagmen, die durch Pausen voneinander getrennt werden. Die Intonation im Satzgefüge hängt vom Inhalt des ganzen Satzes ab.
1. Das Neue befindet sich im letzten Satz. Im ersten – die progrediente Intonation, im letzten – terminale.
Wenn der Nebensatz ein Zwischensatz ist, teilt er den Hauptsatz in 2 Syntagmen und bildet selbst ein selbständiges Syntagma. Das Neue befindet sich im letzten Syntagma, das mit terminaler Melodie gesprochen wird. Das erste Syntagma und der Nebensatz haben die progrediente Intonation.
2. Der Nebensatz dient zur Erklärung des Inhalts des Hauptsatzes. Beide werden mit terminaler Melodie gesprochen.
3. Es kommt vor, dass die ganze Mitteilung im Hauptsatz enthalten ist und der Nachfolge keine Rolle für den Satzinhalt spielt. Das Neue befindet sich im Hauptsatz. Der Hauptsatz wird mit terminaler Intonation und der Nebensatz wie ein Nachlauf im monotonen Tiefton und in schnellem Tempo gesprochen.
7. Intonation der Schaltsätze (вводные предлож.): T
Schaltsätze bilden immer selbständige Syntagmen. Die Int-on des Schaltsatzes hängt davon ab, welche Rolle er inhaltlich spielt. Der Schaltsatz kann eine für den ganzen Satzinhalt unwichtige Nebenbemerkung enthalten. In diesem Falle wird er wie ein Nachlauf (in schnellem Tempo und ohne Tonhöhenveränderungen auf derselben Tonhöhe wie das vorangehende Syntagma gesprochen.
Wenn der Schaltsatz inhaltlich wichtig ist, wird er wie ein selbständiger Satz gesprochen; er enthält ein Neues und wird mit terminaler Intonation gesprochen.
8. Intonation eines zusammengesetzten (сложные) Fragesatzes ohne Fragewort: PI
Die einzelnen Sätze eines zusammengesetzten Fragesatzes bilden selbständige Syntagmen, das Neue kann sich im ersten oder auch im zweiten Syntagma befinden. Wenn das Neue im zweiten Syntagma steht, so bat das erste Syntagma die progrediente Intonation (wie im Aussagesatz) und das zweite die interrogative.
Wenn sich das Neue im ersten Syntagma befindet, wird der ganze Satz mit interrogativer Intonation gesprochen, die Pause zwischen den Syntagmen ist sehr kurz, das Tempo im zweiten Syntagma ist schnell.
9. Intonation der Doppelfrage (двойной вопрос): TPI
Doppelfragen, d.h. Fragesätze ohne Fragewort, denen eine zweite Frage angefügt ist; das Neue befindet sich im zweiten Syntagma. Doppelfragen haben die Intonation eines Aussagesatzes: im ersten Syntagma ist die Intonation progredient, im zweiten terminal.
Es ist aber auch möglich die Doppelfrage wie zwei selbständige Fragen zu sprechen. Dann hat jede Frage ein Neues, und beide Fragen haben die interrogative Intonation wie Fragesatze ohne Fragewort.
10. Intonation der Nachfrage (расспрос): I
Fragesätze mit Fragewort haben die terminale Intonation. Nachfragen haben die interrogative Intonation. Bei der Nachfrage wird das Fragewort das Neue. Nachfragen werden mit steigendem Tonverlauf wie Fragesätze ohne Fragewort gesprochen. Oft drückt die Nachfrage Zweifel oder Verwunderung aus.
Wenn der Angeredete eine Nachfrage stellt, zeigt das gewöhnlich, daß er etwas nicht verstanden hat. Bei der Nachfrage wird nicht der ganze Fragesatz wiederholt. In solchen Nachfragen kann das Fragewort oder das Prädikat stark betont werden.
Nachfragen sind gewöhnlich emotionell gefärbt: sie können Nachdenklichkeit, Zweifel, Erstaunen u. a. Gefühle ausdrücken, Bel der emphatischen Rede werden die betonten Silben stark verlängert Wenn diese Silben einen langen Vokal enthalten, wird dieser Vokal gedehnt, wenn sie einen kurzen Vokal enthalten; wird der nachstehende Konsonant gedehnt.
Wenn die Nachfrage ein zusammengesetztes Fragewort enthält, wird der erste Bestandteil des Fragewortes betont.
11. Intonation der Bestätigungsfrage (утверждение): T
Bestätigungsfragen sind Fragen, die der Fragende bestätigt bekommen will, obwohl er eigentlich die Antwort selbst weiß. Das sind Fragen ohne Fragewort, die die Wortfolge eines Aussagesatzes haben. Bestätigungsfragen enthalten nur ein sinnwichtiges Wort, das Neue, und bilden ein Syntagma. Sie haben die terminale Intonation: die Schwerpunktsilbe wird höher gesprochen als im Aussagesatz, die unbetonten Silben des Vorlaufs werden im neutralen Ton gesprochen, die Schwerpunktsilbe beginnt im Mittelton, steigt bis zum Hochton und fällt in den Tiefton, die unbetonten Silben des Nachlaufs werden im Tiefton gesprochen. Der Tonhöhenunterschied (das melodische Intervall) ist groß.
12. Intonation der Ausrufe- und Aufforderungsätze (требование): T
Ausrufesätze, Aufforderungssätze, Befehlssätze, Anreden (wenn sie selbständige Sätze bilden), Sätze, die eine Bitte ausdrücken, sind emotionell gefärbt. Sie haben die terminale Intonation, das melodische Intervall ist gewöhnlich größer als in Ausrufesätzen.
Interjektionen bilden entweder selbständige Syntagmen oder ein Syntagma mit dem nachstehenden Wort. Die Melodie in solchen Syntagmen ist auch terminal.
13. Intonation der Anrede (обращение): T
Vorgestellte Anreden bilden selbständige Syntagmen mit nur einem sinnwichtigen Wort, dem Neuen, und haben die terminale Intonation (wie Anreden, die selbständige Sätze bilden).
Nachgestellte Anreden schließen sich den Worten, denen sie folgen an. Wenn die nachgesteilte Anrede in der Mitte des Satzes steht, bildet sie meistens mit den vorstehenden Wörtern ein Syntagma; nach der Anrede muß eine Pause gemacht werden. Die Anrede ist nicht betont, sie bildet einen Nachlauf zum Wort, dem sie sich anschließt.
Nachgestellte Anreden, die am -Ende des Satzes stehen, bilden in der Regel keine selbständigen Syntagmen, sie gehören zum. Nachlauf und werden im Tiefton und in schnellem Tempo gesprochen.
Wenn die Anrede am Ende des Satzes mit besonderem Nachdruck gesprochen wird, hat sie wie ein selbständiger Satz die terminale Intonation.
14. Intonation der Anführungssätze (цитирующие): TPI
Anführungssätze können vor der direkten Rede stehen, die direkte Rede teilen oder der direkten Rede folgen. Anführungssätze, die vor der direkten Rede stehen, bilden, wenn sie erweitert sind, selbständige Syntagmen und werden mit terminaler Intonation gesprochen.
Wenn der voranstehende Anführungssatz nicht erweitert ist, kann er ein selbständiges Syntagma bilden und mit progredienter Intonation gesprochen werden oder zusammen mit der direkten Rede ein Syntagma bilden zu dem Vorlauf gehören, der im neutralen Ton gesprochen wird.
Anführungssätze, die in die direkte Rede eingeschaltet sind bilden selbständige Syntagmen; sie werden im Mittelton und in schnellem Tempo gesprochen, gewöhnlich ein wenig tiefer als das Ende des voranstehenden Syntagmas.
Nachgestellte Anführungssätze gehören zum Nachlauf und werden in schnellem Tempo gesprochen. Eine Pause nach der direkten Rede ist nicht obligatorisch, aber möglich. Die Tonhöhe hängt von der Melodie der direkten Rede ab. Wenn die direkte Rede die terminale Intonation hat, so wird der Anführungssatz im Tiefton gesprochen.
Wenn die direkte Rede die interrogative Intonation hat, wird der Anführungssatz im Hochton gesprochen.
Wenn der nachgestellte Anführungssatz erweitert ist, kann er die Intonation eines selbständigen Satzes haben.
читать дальшеВНИЗ Terminale Melodie (Tiefschluß, abschließende, fallende) zeigt, daß die Aussage vollendet ist. Sie wird in Aussagesätzen, in Ausrufesätzen und in Fragesätzen mit Fragewort angewendet.
СЕРЕДИНА Progrediente Melodie (Halbschluß, weiterweisende) zeigt die Nichtabgeschlossenheit des Gedankens. Sie wird in Eingangs- und Zwischensyntagmen angewendet.
ВВЕРХ Interrogative Melodie (Hochschluß, steigende, fragende) drückt eine Frage aus. Sie wird in Fragesätzen ohne Fragewort gebraucht, manchmal auch in Fragesätzen mit Fragewort.
Satzreihe – ein zusammengesetzter Satz, der aus 2 / mehreren Sätzen besteht, die durch Konjunktionen oder konjunktionelos verbunden sind. Die Sätze sind grammatisch unabhängig. Dafür hängen sie inhaltlich eng zusammen.
Satzgefüge – ein komplexer Satz, der mindestens aus einem Hauptsatz und einem Nebensatz besteht. Der Nebensatz ist den Hauptsatz untergeordnet und erfüllt die Funktion des Satzgliedes des Hauptsatzes.
Freie Appositionen bilden selbständige Syntagmen und werden mit ebenso einer Tonführung gesprochen wie das Substantiv.
Doppelfrage – Fragesätze ohne Fragewort, denen eine zweite Frage angefügt ist, besteht aus 2 Syntagmen mit einem sinnwichtigen Wort.
Bestätigungsfragen – Fragen, die der Fragende bestätigt bekommen will. Die Wortfolge wie im Aussagesatz. Terminale Sätze. Das Prädikat bildet das Neue und bekommt die Schwerpunktsilbe.
Die Fragesätze – verschiedene Satzformen, die hauptsächlich verwendet werden, um eine Frage zu äußern.
Intonation
§ 38. Die Intonation und ihre Rolle
читать дальше1. Zur Intonation gehören alle phonetischen Mittel, die die Rede organisieren, d. h. die beim Sprechen die einzelnen Wörter in Wortgruppen, Syntagmen und Sätze vereinen, die die Art des Satzes nach dem Ziel der Aussage bestimmen und die das Verhältnis des Sprechenden zur Aussage charakterisieren.
2. Jeder gesprochene Satz wird intoniert. Die Wörter „Sie“, „kommen“, „schon“ können verschiedene Sätze nach dem Ziel der Aussage bilden; „Sie kommen schon.“ (Aussagesatz); „Sie kommen schon?“ (Fragesatz); „Sie kommen schon!“ (Ausrufesatz).
3. In der schriftlichen Sprache bestimmen die Interpunktionszeichen die Art des Satzes. Beim Sprechen bestimmt die Intonation die Art des Satzes.
4. Die Intonation ist ein phonetisch-syntaktisches Mittel. Manchmal ist die Intonation das einzige Mittel, das die Satzart bestimmt. In. dem obenangeführten Satz (Sie kommen schon) zeigt nur die Intonation, ob es ein Aussage-. Frage- oder. Ausrufesatz ist. In anderen Fällen bestimmt die Intonation zusammen mit anderen Mitteln (lexikalischen und syntaktischen) die Art des Satzes.
5. Im Fragesatz mit Fragewort bestimmt das Fragewort und die Intonation die Art des Satzes, im Fragesatz ohne Fragewort die Wortfolge und die Intonation, z.B.: „Wer kommt mit?“
6. Die Intonation kann auch das Verhältnis des Sprechenden zur Aussage charakterisieren und auch die Gefühle des Sprechenden zeigen. Der Satz kann ruhig, gleichgültig, freudig, empört, erstaunt, unzufrieden usw. klingen.
Alle diese Sätze klingen dann ganz verschieden. Wenn der Sprechende seine Gefühle stark zum Ausdruck bringt, d. h. wenn seine Rede emotionell gefärbt ist, ist die Intonation emphatisch. Die Intonation ist also ein wichtiges Kommunikatives Mittel.
§ 39. Die Komponenten der Intonation
читать дальшеDie Intonation ist eine komplizierte phonetische Einheit. Zu den Komponenten der Intonation gehören: die Pausen, die Satzbetonung, die Melodie, das Tempo, die Tonstärke und die Tonfärbung. Diese Komponenten sind eng miteinander Verbunden und treten im Komplex auf.
1. Die Pause ist eine Gliederung der Rede, die durch verschiedene Mittel entstehen kann.
2. Die Satzbetonung ist die Hervorhebung der wichtigen Begriffe im Satz. Sie Entsteht durch die starke Spannung aller artikulierenden Sprachorgane und ist mit der Veränderung der Tonhöhe und des Tempos verbunden.
3. Unter d er. Me1оdie versieht man die Stimmlage und die Tonführung beim Sprechen, d. h, die Tonhöhenveränderungen der Stimme beim Sprechen. Es sind vier Stimmlagen zu unterscheiden: die hohe, die mittlere, die neutrale und die tiefe.
4. Das Tempo ist ein schnelleres oder langsameres Sprechen, es ist mit der Betonung eng verbunden.
5. Die Tonstärke ist ein leiseres oder lauteres Sprechen.
6. Unter der Tonfärbung versteht man die Klangfarbe der Stimme. Die Tonfärbung ist individuell: verschiedene Stimmen unterscheiden sich voneinander durch die Tonfärbung.
Alle Komponenten der Intonation treten im Satz vereint auf, doch ist ihre Rolle verschieden.
§ 40. Die Pausen
читать дальшеDie Pausen и dienen zur Gliederung der Rede. Man unterscheidet zwei Arten von Pausen: abschließende und verbindende.
1. Absch1ießnde Pausen trennen die Sätze voneinander, sie werden in der Transkription mit zwei vertikalen Strichen bezeichnet. Am Ende des Satzes steht immer eine abschließende Pause. Abschließende Pausen sind obligatorisch; sie sind immer zeitlich (временный).
Ich erwachte || Es war noch früh || Ringsum war tiefe Stille.
2. Verbindende Pausen verbinden einzelne Sätze eines zusammengesetzten Satzes oder einzelne Syntagmen eines einfachen Satzes.
Verbindende Pausen werden in der Transkription mit einem vertikalen Strich bezeichnet. Sie sind meistens zeitlich.
§ 41. Satzbetonung (ударения)
читать дальше1. Begriff der Satzbetonung. Das kommunikative Zentrum (das Neue) und die Schwerpunktsilbe.
Unter der Satzbetonung versteht man das Hervorheben (акцентирование) der inhaltlich wichtigen Wörter im Satz.
Inhaltlich wichtig, oder sinnwichtig, sind Wörter, die wesentliche (важный) Informationen enthalten. Zum Unterschied von der Wortbetonung ist die Satzbetonung logisch, d. h. jedes Wort im Satz kann betont werden, wenn es. sinnwichtig ist.
Das Neue ist am stärksten betont. Es bekommt die starke Satzbetonung. Die starke Satzbetonung bezeichnet man mit zwei kurzen Strichen vor der betonten Silbe.
Jedes Wort im Satz kann das kommunikative Zentrum bilden, z. B.: "Ich gehe ins Theater (nicht du).
Die betonte Silbe des Neuen bildet den Schwerpunkt (суть, центр тяжести) (die Schwerpunktsilbe) im Satz. Sie wird gewöhnlich lauter, langsamer und mit Veränderung der Tonhöhe gesprochen.
2. Die Betonungsgrade (степени ударения) und ihre Bezeichnung.
Ein Wort im Satz, das Neue, enthält immer die wichtigste Information. Außer dem Neuen, das die starke Satzbetonung bekommt, können auch andere Wörter sinnwichtig sein. Solche sinnwichtigen Wörter stehen immer vor dem Neuen. Sie werden im Satz auch betont, aber schwächer als das Neue, sie bekommen eine schwache Satzbetonung. z. B.: 'Schönes "Wetter ist heute.
Man unterscheidet im Satz zwei Stufen der Satzbetonung: die starke (die letzte im Satz) und die schwache.
Es hängt vom Kontext, von der Sprechsituation und auch vom Sprechenden ab, welche Wörter er für sinnwichtig hält und betont. Deshalb kann in ein und demselben Satz nur eine starke Satzbetonung sein oder auch eine oder mehrere schwache Satzbetonungen, z. B.: Ich lese einen interessanten Ar"tikel. Ich lese einen interes'santen Ar"tikel. Ich 'lese einen interes'santen Ar"tikel.
Außerdem hängt die Anzahl der betonten Wörter im Satz auch vom Sprechtempo ab. Je langsamer man spricht, desto mehr Wörter betont man.
§ 42. Das Syntagma
читать дальшеEin Syntagma nennt man einen verhältnismäßig (относительно) selbständigen Teil des Satzes, der inhaltlich verbunden ist und durch syntaktische Mittel (Rektion - управление und Kongruenz - согласование) und phonetische Mittel (Intonation) organisiert ist.
Ein Satz kann aus einem oder aus mehreren. Syntagmen bestehen, z. B.: Er schreibt || (ein Syntagma); Meine beiden 'Brüder | sind 'heute nicht zu "Hause. (zwei Syntagmen)
Die Gliederung (членение) des Satzes in Syntagmen hängt vom syntaktischen Bau des Satzes und auch von der Absicht (умысел) des Sprechenden ab.
Am Ende des Syntagmas steht eine Pause. Die. Syntagmen, die am Anfang und in der Mitte des Satzes stehen, nennt man Eingangs- und Zwischensyntagmen. Das letzte Syntagma nennt man das Endsyntagma.
Die Melodie der Eingangs- und Zwischensyntagmen unterscheidet sich von der Melodie der Endsyntagmen.
Folgende Wörter und Wortgruppen können, wenn es der Absicht des Sprechenden entspricht (соотв. умыслу говорящего), selbständige Syntagmen bilden:
1. Erweiterte Subjektgruppen (подлежащ.): Dieser berühmte russische Schriftsteller | lebte lange auf der Krim.
2. Subjekte, die durch Eigennamen ausgedrückt sind (выражаются): Bobby | war gekleidet wie zum Hofball.
3. Gleichartige erweiterte Satzglieder (члены предложения): Sie nahm das Buch | und begann darin zu blättern.
4. Nebenglieder (второстепенные чл. пр.) bei invertierter Wortfolge: Schon Tage vorher | waren alle voller Unruhe.
5. Konjugierbare Teile des Prädikats (спрягаемые части сказуемого) mit den ihnen nachfolgenden Satzgliedern: Diese Bemerkung | kostete sie ein kleines Vermögen.
6. Das letzte Nebenglied von mehreren Nebengliedern: Am gleichen Abend noch | erschien Ethel gegen Abend | in der toten Tunnelstadt.
7. Die einzelnen (отдельные) Sätze eines zusammengesetzten (сложного) Satzes: Wir machen zuerst diese Arbeit, | dann gehen wir in den Laden.
8. Anreden (обращения) oder konjugierte (спряг.) Teile des Prädikats (сказуемого) mit der Anrede, die am Anfang des Satzes stehen: Olga, gib mir bitte das Buch.
9. Infinitivgruppen (инфинитивный обороты) und Partizipialwendungen (причастные обороты): Er bereute nun, | hierhergekommen zu sein.
10. Appositionen und Einschaltungen (приложение и вставки): Der Tag im Mai, | ein Sonntag obendrein, | brachte viel Sonnenschein.
11. Vergleiche: Er hatte dunkle Augen | wie sein Bruder.
12. Erweiterte Attributgruppen: Er wies auf das | vor Schrecken zitternde Mädchen.
§ 43. Regeln der Satzbetonung
читать дальше1. Einfache nichterweiterte Sätze bilden ein Syntagma. In solchen Sätzen bezeichnet das Prädikat gewöhnlich das Neue und hat die starke Satzbetonung, das Subjekt hat eine schwache Satzbetonung oder ist unbetont, wenn es durch ein Pronomen ausgedrückt ist.
2. Erweiterte Sätze mit gerader Wortfolge, die ein Syntagma bilden, haben die starke Satzbetonung auf den letzten Nebenglied, die anderen Nebenglieder bekommen eine schwache Satzbetonung, das Prädikat ist unbetont.
3. Erweiterte Sätze mit invertierter Wortfolge haben die starke Satzbetonung auf den letzten Nebenglied oder auf dem Subjekt, das Prädikat ist unbetont.
4. In Sätzen, die aus mehreren Syntagmen bestehen, ist die starke Satzbetonung gewöhnlich im letzten Syntagma. Das letzte Syntagma kann auch schwache Satzbetonungen enthalten.
5. Gleichstarke (равносильные) Satzbetonung in einem Syntagma können folgende Satzglieder haben:
a) vorangestellte Attribute und Substantive (препозиционные определения и сущ.), die sie bestimmen.
b) gleichartige Satzglieder in Eingangs- und Zwischensyntagmen,
c) einige Nebenglieder wie z. B. zwei Adverbialien (наречия) der Art und Weise (образа действий), z. B.: Es war eine 'ganz 'ungewöhnliche "Antwort.
6. Wenn der Satz Einschaltungen (вставки в текст) erhält, die ihn in zwei Teile teilen, bekommt der konjugierbare (спрягаемая) Teil des Prädikats (сказуемого) im ersten Syntagma, auch wenn es ein Hilfs- oder Modalverb ist, eine schwache Satzbetonung, z. B.: Er 'ist, | es wurde schon gesagt, | ein ausgezeichneter Ingenieur.
7. Wenn der Satz eine erweiterte Attributgruppe enthält, bekommt der Artikel, der von der übrigen Gruppe durch eine Pause getrennt wird, eine schwache Satzbetonung.
8. In Fragesätzen mit Fragewort ist gewöhnlich das Prädikat oder ein Nebenglied stark betont, z. B.: Wer "fehlt heute?
9. Im elliptischen (эллиптический) Fragesatz, der ein Nebenglied enthält, wird dies Nebenglied stark betont: Was "nun?
10. Ein besonderer Fall eines Fragesatzes mit Fragewort ist der Fragesatz zu jedem Satzglied bei der grammatischen Analyse. Das Fragewort ist stark betonnt: Was haben Sie ge"macht?
§ 44. Die Melodie
читать дальшеist die Veränderung der Tonhöhe beim Sprechen. Sie bestimmt den Satztyp nach dem Ziel der Aussage und zeigt die Abgeschlossenheit oder Nichtabgeschlossenheit des Gedankens.
1. Bezeichnung der Melodie.
Die Melodie kann verschieden bezeichnet werden: mit Pfeilchen auf der betonten Silbe, die die Richtung der Tonführung angeben, mit einer krummen Linie über dem ganzen Satz, mit Punkten auf den unbetonten Silben und geraden oder krummen Linien auf den betonten Silben, die die Tonführung jeder Silbe des Satzes angeben.
Es sind vier Tonhöhen zu unterscheiden: der Hochton, der Mittelton, der neutrale Ton und der Tiefton.
Der Satz „Sie "kommen“ besteht aus drei Silben: die erste Silbe „Sie“ ist unbetont, sie wird im neutralen Ton gesprochen, über dieser Silbe (oder im Intonationsschema) steht ein Punkt. Die zweite Silbe (die betonte Silbe des Neuen „kommen“ ist betont, sie beginnt etwas höher als die unbetonte Silbe; innerhalb dieser Silbe steigt der Ton ein wenig und fällt dann bis zum Tiefton; diese Tonführung zeigt eine krumme Linie über dieser Silbe (oder im Intonationsschema). Diese betonte Silbe kann man auch im Mittelton sprechen, ohne Veränderung der Tonhöhe innerhalb dieser Silbe. Dann steht über dieser Silbe (oder im Intonationsschema) eine gerade Linie. Die dritte Silbe ist unbetont, sie wird im Tiefton gesprochen, wird also mit einem Punkt bezeichnet.
2. Melodie und Satzbetonung.
Die Melodie ist mit der Satzbetonung eng verbunden. Die Veränderung der Tonhöhe geht besonders deutlich auf den betonten Silben vor sich. Man unterscheidet im Satz drei Elemente der Intonationsstruktur: den Vorlauf, den Vollauf und den Nachlauf.
Zum Vorlauf gehören alle unbetonten Silben, die vor der ersten betonten Silbe stehen. Der Vollauf beginnt mit der ersten betonten Silbe und endet mit der Schwerpunktsilbe. Zum Nachlauf gehören alle Silben, die der Schwerpunktsilbe folgen.
Der Vorlauf wird im neutralen Ton gesprochen.
Der Vollauf beginnt im Mittelton, die Melodie sinkt stufenweise auf den betonten Silben, am tiefsten beginnt die Schwerpunktsilbe, die in der Regel bis zum Tiefton sinkt; die unbetonten Silben des Vorlaufs schließen sich ihrer Tonhöhe nach den vor- und nachstehenden betonten Silben an.
Der Nachlauf wird im Tiefton gesprochen.
Die Tonhöhe am Anfang des Satzes hängt davon ab, ob der Satz einen Vorlauf hat. Wenn es im Satz keinen Vorlauf gibt, beginnt er im Mittelton.
Wenn der Vorlauf lang ist, nennt man ihn einen erweiterten Vorlauf.
Je näher zum Anfang des Satzes die Schwerpunktsilbe steht, desto eher sinkt die Stimme in den Tiefton, desto länger ist der Nachlauf; so einen Nachlauf nennt man einen erweiterten Nachlauf.
3. Die Arten der Melodie und ihre Anwendung.
читать дальшеMan unterscheidet 3 Arten der Melodie: die terminale (fallende, abschließende, Tiefschluß



a) Terminale Melodie (Tiefschluß

Die terminale Melodie zeigt, daß die Aussage vollendet ist. Sie wird in Aussagesätzen, in Ausrufesätzen und in Fragesätzen mit Fragewort angewendet, z.B.: Er fuhr nach Hause. Mach keine Fehler! Wo wohnt deine Freundin?
Da die Melodie mit der Satzbetonung verbunden ist, nennt man die Tonführung, die die Schwerpunktsilbe und den Nachlauf bei der Abgeschlossenheit des Gedankens charakterisiert, auch die terminale Intonation.
Für die terminale Melodie ist ein fallender Tonverlauf bis zum Tiefton charakteristisch.
Man unterscheidet zweierlei Arten der terminalen Melodie: 1. der Stimmton kann schroff vom Mittelton in den Tiefton sinken, 2. der Stimmton kann den Tiefton stufenweise erreichen.
Wenn es im Satz nur ein sinnwichtiges Wort – das Neue – gibt, besteht der Vollauf nur aus der Schwerpunktsilbe. Der Stimmton steigt zuerst innerhalb dieser Silbe etwas an und sinkt dann schroff in den Tiefton.
Der Vorlauf wird im neutralen Ton gesprochen, mit fallender Tendenz, wenn er erweitert ist. Wenn es im Satz einen Nachlauf gibt, kann die Schwerpunktsilbe auch mitteltonig bleiben.
Wenn der Satz mehrere sinnwichtige Wörter enthält, unterscheiden wir den Vorlauf, den Vollauf (oder den rhythmischen Körper) und den Nachlauf. Im Vollauf haben wir einen stufen weisen Abstieg des Stimmtons auf den betonten Silben. Die erste betonte Silbe wird im Mittelton gesprochen, sie ist die höchste im Satz. Die unbetonten Silben des Vorlaufs schließen sich tonal den vor- und nachstehenden betonten Silben an.
Die Schwerpunktsilbe beginnt höher, wenn im Satz wenige sinnwichtige Wörter sind, und tiefer, wenn mehrere sinnwichtige Wörter im Satz sind.
Die terminale Melodie kann auch durch ein Pfeifchen nach unten über der Schwerpunktsilbe bezeichnet werden, z. B.: Sie "kommen ja schon. Der 'Zug kommt heute um "sechs. Was hat er dir erzählt?
b) Progrediente Melodie (Halbschluß

Die progrediente oder weiterweisende Melodie zeigt die Nichtabgeschlossenheit des Gedankens. Sie wird in Eingangs- und Zwischensyntagmen angewendet, z. B. Als er nach Hause kam…
Für die progrediente Melodie ist charakteristisch, dass sie nie im Tiefton endet: das Syntagma beginnt im neutralen Ton oder im Mittelton, der Stimmton kann stufenweise bis zum neutralen Ton fallen. Der Nachlauf kann etwas höher, seltener etwas tiefer gesprochen werden.
c) Interrogative Melodie (Hochschluß

Die interrogative Melodie drückt gewöhnlich eine Frage aus. Sie wird in Fragesätzen ohne Fragewort gebraucht, manchmal auch in Fragesätzen mit Fragewort, z. B.: Was darf ich Ihnen "anbieten?
Für die interrogative Melodie ist ein steigender Tonverlauf bis zum Hochton charakteristisch: der Vorlauf beginnt im Mittelton, die Schwerpunktsilbe beginnt im neutralen Ton und steigt bis zum Hochton.
Im. Deutschen steigt der Ton gerade auf den unbetonten Silben des Nachlaufs.
§ 45. Das Tempo
читать дальшеDas Tempo hilft auch bei der Hervorhebung (выделения) der wichtigen Begriffe im Satz, es ist mit der Betonung eng verbunden. Die betonten Wörter werden bedeutend langsamer ausgesprochen als die unbetonten. Besonders deutlich ist das, wenn es im Satz einen erweiterten Vorlauf oder einen erweiterten Nachlauf gibt. Die schnellgesprochenen Silben sind durch die kursive Schrift bezeichnet.
In schnellem Tempo sind auch Einschaltungen zu sprechen, z. B.: Er 'war, wie du es dir 'denken kannst, sehr er"regt.
§ 46. Die, Tonstärke
читать дальшеDie Tonstärke, d. h. ein lauteres oder leiseres Sprechen, kann absolut und relativ sein.
Die absolute Tonstärke hängt von der Stimme des Sprechenden ab und von den Verhältnissen (отношение), in deren der Sprechende sich befindet.
Wenn man in ein und derselben Situation bald lauter, bald leiser spricht, ist die Tonstärke relativ. Die Tonstärke verändert sich dann innerhalb eines Satzes oder innerhalb einiger Sätze, z. B.: Er ging, wie wir verabredet hatten, allein zur Versammlung.
Der Zwischensatz „wie wir verabredet hatten“ wird nicht nur in schnellerem Tempo, sondern auch leiser gesprochen als der Hauptsatz.
Die relative Tonstärke dient zur Hervorhebung wichtiger Begriffe im Satz. Gewöhnlich macht der Sprechende eine Pause, die die Spannung Zuhörer erhöht, und spricht langsam und leise: In seinen 'Armen das 'Kind | war "tot.
§ 47. Intonation einiger Satzarten.
1. Intonation der Aussagesätze (повествовательные предлож.) mit Infinitivgruppen: TP
2. Intonation der gleichartigen Satzglieder (однородные чл. пр.): TP
3. Intonation einfacher Sätze mit Absonderungen (обособление): T
4. Intonation der Sätze mit freien Appositionen: TP
5. Intonation der Satzreihe (ССП): TP
6. Intonation des Satzgefüges (СПП): TP
7. Intonation der Schaltsätze (вводные предлож.): T
8. Intonation eines zusammengesetzten (сложные) Fragesatzes ohne Fragewort: PI
9. Intonation der Doppelfrage (двойной вопрос): TPI
10. Intonation der Nachfrage (расспрос): I
11. Intonation der Bestätigungsfrage (утверждение): T
12. Intonation der Ausrufe- und Aufforderungsätze (требование): T
13. Intonation der Anrede (обращение): T
14. Intonation der Anführungssätze (цитирующие): TPI
читать дальше1. Intonation der Aussagesätze (повествовательные предлож.) mit Infinitivgruppen: TP
Infinitivgruppen bilden nicht immer selbständige Syntagmen. Wenn eine wenig erweiterte Infinitivgruppe am Ende des Satzes steht bildet sie kein selbständiges Syntagma. Solche Sätze haben dann ebenso wie einfache Sätze, die aus einem Syntagma bestehen und mehrere Betonungen haben, eine terminale Intonation mit stufenweisem Abstieg.
Erweiterte Infinitivgruppen am Ende des Satzes bilden selbständige Syntagmen. Der Tonhöhenunterschied zwischen dem ersten und zweiten .Syntagma ist nicht groß, die Infinitivgruppe beginnt nur ein wenig tiefer als das Ende des vorstehenden Syntagmas und hat die terminale Intonation.
Infinitivgruppen, die am Anfang oder in der Mitte des Satzes stehen, bilden immer selbständige Syntagmen und haben die progrediente Intonation.
Wenn die Infinitivgruppe eine Einschaltung ist, wird sie wie ein Schaltsatz gesprochen.
2. Intonation der gleichartigen Satzglieder (однородные чл. пр.): TP
Gleichartige Satzglieder können selbständige Syntagmen bilden und werden darin durch Pausen voneinander getrennt. Sie werden mit gleichstarker Betonung gesprochen, nur das letzte gleichartige Satzglied im Endsyntagma wird stärker betont, da es das Neue ist. Wenn die gleichartigen Satzglieder in Anfangs- oder Zwischensyntagmen stehen, ist die Intonation progredient, im Endsyntagma ist die Intonation terminal.
Die Sätze können aber auch ohne Pausen zwischen den gleichartigen Satzgliedern gesprochen werden. Dann fällt die Melodie stufenweise.
Wenn es im Satz nur zwei gleichartige Satzglieder gibt, die durch eine Konjunktion verbunden sind, bilden sie nie selbständige Syntagmen
Gleichartige Prädikatgruppen bilden selbständige Syntagmen, auch wenn sie durch eine Konjunktion verbunden sind. Im ersten Syntagma ist die progrediente Intonation, im letzten die terminale.
Sind die gleichartigen Satzglieder paarweise verbunden, so bilden solche Paare selbständige Syntagmen. Jedes dieser gleichartigen Satzglieder ist betont. Meistens ist das zweite Satzglied in jedem Wortpaar etwas stärker betont, doch dieser Unterschied in der Stärke der Betonung ist nur im letzten Syntagma von Bedeutung, in dem das letzte Satzglied die Rolle des Neuen spielt.
Wenn vor den gleichartigen Satzgliedern ein Satz mit einem verallgemeinernden Wort steht, wird dieser Satz mit terminaler Intonation gesprochen; vor den gleichartigen Satzgliedern muß eine abschließende Pause sein.
3. Intonation einfacher Sätze mit Absonderungen (обособление): T
Wenn der Satz eine Absonderung, eine Erklärung oder eine genauere Bezeichnung des Inhalts enthält, bildet diese Absonderung ein selbständiges Syntagma. Solche Syntagmen werden in der Schrift durch ein Komma vom übrigen Satz getrennt, der dann inhaltlich abgeschlossen ist, das Neue enthält und mit terminaler Intonation gesprochen wird.
Das zweite Syntagma kann inhaltlich auch wichtig sein; dann haben beide Syntagmen die terminale Intonation. Das zweite Syntagma kann aber auch weniger wichtig sein, dann wird es wie ein Nachlauf in schnellem Tempo gesprochen, z. B.: 'Sonntags kam Georg zu''rück, | 'braun und ''lustig.
4. Intonation der Sätze mit freien Appositionen: TP
Freie Appositionen bilden selbständige Syntagmen. Die freie Apposition wird mit ebenso einer Tonführung gesprochen wie das Substantiv:
a) sie wird progredient gesprochen, wenn sie in der Mitte steht, z. B.: 'Harländer, | ein mittelgroßer 'Mann mit weißen 'Haaren, | nahm seine 'Aktentasche und "ging.
b) sie hat die terminale Intonation, wenn die Apposition am Ende des Satzes steht. Der Satz ist in diesem Falle schon vor der Apposition inhaltlich abgeschlossen und wird mit terminaler Intonation gesprochen.
Die Apposition bestimmt genauer das Substantiv (das Neue), auf das sie sich bezieht, und wird auch wie ein selbständiger Satz mit terminaler Intonation gesprochen, z. B.: Sie gingen durch den 'Wald, | einen 'hohen "Tannenwald.
Wenn nach dem Substantiv mehrere Appositionen stehen, so haben sie alle die terminale Intonation. Jede Apposition teilt etwas Neues mit.
5. Intonation der Satzreihe (ССП): TP
Die einzelnen Sätze einer Satzreihe bilden immer selbständige Syntagmen und werden durch Pausen voneinander getrennt. Diese Sätze können inhaltlich eng oder weniger eng verbunden sein. Wenn die Sätze eng miteinander verbunden sind, haben die ersten Sätze die progrediente Intonation, der letzte Satz hat die terminale Intonation, z. B.: Da 'rührte sich draußen auf dem 'Flur etwas, | und 'Käthe sprang 'rasch an die "Tür.
Wenn die Sätze der Satzreihe inhaltlich weniger eng verbunden sind, enthält jeder einzelne Satz ein Neues und wird mit terminaler Intonation gesprochen.
Es hängt in der Satzreihe nur vom Inhalt ab, ob die Intonation progredient oder terminal ist. Das Komma zeigt keinesfalls die Art der Melodie.
6. Intonation des Satzgefüges (СПП): TP
Die einzelnen Sätze eines Satzgefüges bilden selbständige Syntagmen, die durch Pausen voneinander getrennt werden. Die Intonation im Satzgefüge hängt vom Inhalt des ganzen Satzes ab.
1. Das Neue befindet sich im letzten Satz. Im ersten – die progrediente Intonation, im letzten – terminale.
Wenn der Nebensatz ein Zwischensatz ist, teilt er den Hauptsatz in 2 Syntagmen und bildet selbst ein selbständiges Syntagma. Das Neue befindet sich im letzten Syntagma, das mit terminaler Melodie gesprochen wird. Das erste Syntagma und der Nebensatz haben die progrediente Intonation.
2. Der Nebensatz dient zur Erklärung des Inhalts des Hauptsatzes. Beide werden mit terminaler Melodie gesprochen.
3. Es kommt vor, dass die ganze Mitteilung im Hauptsatz enthalten ist und der Nachfolge keine Rolle für den Satzinhalt spielt. Das Neue befindet sich im Hauptsatz. Der Hauptsatz wird mit terminaler Intonation und der Nebensatz wie ein Nachlauf im monotonen Tiefton und in schnellem Tempo gesprochen.
7. Intonation der Schaltsätze (вводные предлож.): T
Schaltsätze bilden immer selbständige Syntagmen. Die Int-on des Schaltsatzes hängt davon ab, welche Rolle er inhaltlich spielt. Der Schaltsatz kann eine für den ganzen Satzinhalt unwichtige Nebenbemerkung enthalten. In diesem Falle wird er wie ein Nachlauf (in schnellem Tempo und ohne Tonhöhenveränderungen auf derselben Tonhöhe wie das vorangehende Syntagma gesprochen.
Wenn der Schaltsatz inhaltlich wichtig ist, wird er wie ein selbständiger Satz gesprochen; er enthält ein Neues und wird mit terminaler Intonation gesprochen.
8. Intonation eines zusammengesetzten (сложные) Fragesatzes ohne Fragewort: PI
Die einzelnen Sätze eines zusammengesetzten Fragesatzes bilden selbständige Syntagmen, das Neue kann sich im ersten oder auch im zweiten Syntagma befinden. Wenn das Neue im zweiten Syntagma steht, so bat das erste Syntagma die progrediente Intonation (wie im Aussagesatz) und das zweite die interrogative.
Wenn sich das Neue im ersten Syntagma befindet, wird der ganze Satz mit interrogativer Intonation gesprochen, die Pause zwischen den Syntagmen ist sehr kurz, das Tempo im zweiten Syntagma ist schnell.
9. Intonation der Doppelfrage (двойной вопрос): TPI
Doppelfragen, d.h. Fragesätze ohne Fragewort, denen eine zweite Frage angefügt ist; das Neue befindet sich im zweiten Syntagma. Doppelfragen haben die Intonation eines Aussagesatzes: im ersten Syntagma ist die Intonation progredient, im zweiten terminal.
Es ist aber auch möglich die Doppelfrage wie zwei selbständige Fragen zu sprechen. Dann hat jede Frage ein Neues, und beide Fragen haben die interrogative Intonation wie Fragesatze ohne Fragewort.
10. Intonation der Nachfrage (расспрос): I
Fragesätze mit Fragewort haben die terminale Intonation. Nachfragen haben die interrogative Intonation. Bei der Nachfrage wird das Fragewort das Neue. Nachfragen werden mit steigendem Tonverlauf wie Fragesätze ohne Fragewort gesprochen. Oft drückt die Nachfrage Zweifel oder Verwunderung aus.
Wenn der Angeredete eine Nachfrage stellt, zeigt das gewöhnlich, daß er etwas nicht verstanden hat. Bei der Nachfrage wird nicht der ganze Fragesatz wiederholt. In solchen Nachfragen kann das Fragewort oder das Prädikat stark betont werden.
Nachfragen sind gewöhnlich emotionell gefärbt: sie können Nachdenklichkeit, Zweifel, Erstaunen u. a. Gefühle ausdrücken, Bel der emphatischen Rede werden die betonten Silben stark verlängert Wenn diese Silben einen langen Vokal enthalten, wird dieser Vokal gedehnt, wenn sie einen kurzen Vokal enthalten; wird der nachstehende Konsonant gedehnt.
Wenn die Nachfrage ein zusammengesetztes Fragewort enthält, wird der erste Bestandteil des Fragewortes betont.
11. Intonation der Bestätigungsfrage (утверждение): T
Bestätigungsfragen sind Fragen, die der Fragende bestätigt bekommen will, obwohl er eigentlich die Antwort selbst weiß. Das sind Fragen ohne Fragewort, die die Wortfolge eines Aussagesatzes haben. Bestätigungsfragen enthalten nur ein sinnwichtiges Wort, das Neue, und bilden ein Syntagma. Sie haben die terminale Intonation: die Schwerpunktsilbe wird höher gesprochen als im Aussagesatz, die unbetonten Silben des Vorlaufs werden im neutralen Ton gesprochen, die Schwerpunktsilbe beginnt im Mittelton, steigt bis zum Hochton und fällt in den Tiefton, die unbetonten Silben des Nachlaufs werden im Tiefton gesprochen. Der Tonhöhenunterschied (das melodische Intervall) ist groß.
12. Intonation der Ausrufe- und Aufforderungsätze (требование): T
Ausrufesätze, Aufforderungssätze, Befehlssätze, Anreden (wenn sie selbständige Sätze bilden), Sätze, die eine Bitte ausdrücken, sind emotionell gefärbt. Sie haben die terminale Intonation, das melodische Intervall ist gewöhnlich größer als in Ausrufesätzen.
Interjektionen bilden entweder selbständige Syntagmen oder ein Syntagma mit dem nachstehenden Wort. Die Melodie in solchen Syntagmen ist auch terminal.
13. Intonation der Anrede (обращение): T
Vorgestellte Anreden bilden selbständige Syntagmen mit nur einem sinnwichtigen Wort, dem Neuen, und haben die terminale Intonation (wie Anreden, die selbständige Sätze bilden).
Nachgestellte Anreden schließen sich den Worten, denen sie folgen an. Wenn die nachgesteilte Anrede in der Mitte des Satzes steht, bildet sie meistens mit den vorstehenden Wörtern ein Syntagma; nach der Anrede muß eine Pause gemacht werden. Die Anrede ist nicht betont, sie bildet einen Nachlauf zum Wort, dem sie sich anschließt.
Nachgestellte Anreden, die am -Ende des Satzes stehen, bilden in der Regel keine selbständigen Syntagmen, sie gehören zum. Nachlauf und werden im Tiefton und in schnellem Tempo gesprochen.
Wenn die Anrede am Ende des Satzes mit besonderem Nachdruck gesprochen wird, hat sie wie ein selbständiger Satz die terminale Intonation.
14. Intonation der Anführungssätze (цитирующие): TPI
Anführungssätze können vor der direkten Rede stehen, die direkte Rede teilen oder der direkten Rede folgen. Anführungssätze, die vor der direkten Rede stehen, bilden, wenn sie erweitert sind, selbständige Syntagmen und werden mit terminaler Intonation gesprochen.
Wenn der voranstehende Anführungssatz nicht erweitert ist, kann er ein selbständiges Syntagma bilden und mit progredienter Intonation gesprochen werden oder zusammen mit der direkten Rede ein Syntagma bilden zu dem Vorlauf gehören, der im neutralen Ton gesprochen wird.
Anführungssätze, die in die direkte Rede eingeschaltet sind bilden selbständige Syntagmen; sie werden im Mittelton und in schnellem Tempo gesprochen, gewöhnlich ein wenig tiefer als das Ende des voranstehenden Syntagmas.
Nachgestellte Anführungssätze gehören zum Nachlauf und werden in schnellem Tempo gesprochen. Eine Pause nach der direkten Rede ist nicht obligatorisch, aber möglich. Die Tonhöhe hängt von der Melodie der direkten Rede ab. Wenn die direkte Rede die terminale Intonation hat, so wird der Anführungssatz im Tiefton gesprochen.
Wenn die direkte Rede die interrogative Intonation hat, wird der Anführungssatz im Hochton gesprochen.
Wenn der nachgestellte Anführungssatz erweitert ist, kann er die Intonation eines selbständigen Satzes haben.
ВНИЗ Terminale Melodie (Tiefschluß, abschließende, fallende) zeigt, daß die Aussage vollendet ist. Sie wird in Aussagesätzen, in Ausrufesätzen und in Fragesätzen mit Fragewort angewendet.
СЕРЕДИНА Progrediente Melodie (Halbschluß, weiterweisende) zeigt die Nichtabgeschlossenheit des Gedankens. Sie wird in Eingangs- und Zwischensyntagmen angewendet.
ВВЕРХ Interrogative Melodie (Hochschluß, steigende, fragende) drückt eine Frage aus. Sie wird in Fragesätzen ohne Fragewort gebraucht, manchmal auch in Fragesätzen mit Fragewort.
Satzreihe – ein zusammengesetzter Satz, der aus 2 / mehreren Sätzen besteht, die durch Konjunktionen oder konjunktionelos verbunden sind. Die Sätze sind grammatisch unabhängig. Dafür hängen sie inhaltlich eng zusammen.
Satzgefüge – ein komplexer Satz, der mindestens aus einem Hauptsatz und einem Nebensatz besteht. Der Nebensatz ist den Hauptsatz untergeordnet und erfüllt die Funktion des Satzgliedes des Hauptsatzes.
Freie Appositionen bilden selbständige Syntagmen und werden mit ebenso einer Tonführung gesprochen wie das Substantiv.
Doppelfrage – Fragesätze ohne Fragewort, denen eine zweite Frage angefügt ist, besteht aus 2 Syntagmen mit einem sinnwichtigen Wort.
Bestätigungsfragen – Fragen, die der Fragende bestätigt bekommen will. Die Wortfolge wie im Aussagesatz. Terminale Sätze. Das Prädikat bildet das Neue und bekommt die Schwerpunktsilbe.
Die Fragesätze – verschiedene Satzformen, die hauptsächlich verwendet werden, um eine Frage zu äußern.
Vor seinem Löwengarten,
Das Kampfspiel zu erwarten,
Saß König Franz,
Und um ihn die Großen der Krone,
Und rings auf hohem Balkone
Die Damen in schönem Kranz.
Und wie er winkt mit dem Finger,
Auf tut sich der weite Zwinger,
Und hinein mit bedächtigem Schritt
Ein Löwe tritt,
Und sieht sich stumm
Rings um,
Mit langem Gähnen,
Und schüttelt die Mähnen,
Und streckt die Glieder,
Und legt sich nieder.
Und der König winkt wieder,
Da öffnet sich behend
Ein zweites Tor,
Daraus rennt
Mit wildem Sprunge
Ein Tiger hervor,
Wie der den Löwen erschaut,
Brüllt er laut,
Schlägt mit dem Schweif
Einen furchtbaren Reif,
Und recket die Zunge,
Und im Kreise scheu
Umgeht er den Leu
Grimmig schnurrend;
Drauf streckt er sich murrend
Zur Seite nieder.
Und der König winkt wieder,
Da speit das doppelt geöffnete Haus
Zwei Leoparden auf einmal aus,
Die stürzen mit mutiger Kampfbegier
Auf das Tigertier,
Das packt sie mit seinen grimmigen Tatzen,
Und der Leu mit Gebrüll
Richtet sich auf, da wird's still,
Und herum im Kreis,
Von Mordsucht heiß,
Lagern die gräulichen Katzen.
Da fällt von des Altans Rand
Ein Handschuh von schöner Hand
Zwischen den Tiger und den Leu'n
Mitten hinein.
Und zu Ritter Delorges spottenderweis
Wendet sich Fräulein Kunigund:
»Herr Ritter, ist Eure Liebe so heiß,
Wie Ihr mir's schwört zu jeder Stund,
Ei, so hebt mir den Handschuh auf.«
Und der Ritter in schnellem Lauf
Steigt hinab in den furchtbarn Zwinger
Mit festem Schritte,
Und aus der Ungeheuer Mitte
Nimmt er den Handschuh mit keckem Finger.
Und mit Erstaunen und mit Grauen
Sehen's die Ritter und Edelfrauen,
Und gelassen bringt er den Handschuh zurück.
Da schallt ihm sein Lob aus jedem Munde,
Aber mit zärtlichem Liebesblick –
Er verheißt ihm sein nahes Glück –
Empfängt ihn Fräulein Kunigunde.
Und er wirft ihr den Handschuh ins Gesicht:
»Den Dank, Dame, begehr ich nicht«,
Und verlässt sie zur selben Stunde.
Friedrich Schiller
Bedecke deinen Himmel, Zeus,
Mit Wolkendunst!
Und übe, Knaben gleich,
Der Disteln köpft,
An Eichen dich und Bergeshöh'n!
Mußt mir meine Erde
Doch lassen steh'n,
Und meine Hütte,
Die du nicht gebaut,
Und meinen Herd,
Um dessen Glut
Du mich beneidest.
Ich kenne nichts Ärmeres
Unter der Sonn' als euch Götter!
Ihr nähret kümmerlich
Von Opfersteuern
Und Gebetshauch
Eure Majestät
Und darbtet, wären
Nicht Kinder und Bettler
Hoffnungsvolle Toren.
Da ich ein Kind war,
Nicht wußte, wo aus, wo ein,
Kehrt' ich mein verirrtes Auge
Zur Sonne, als wenn drüber wär
Ein Ohr zu hören meine Klage,
Ein Herz wie meins,
Sich des Bedrängten zu erbarmen.
Wer half mir
Wider der Titanen Übermut?
Wer rettete vom Tode mich,
Von Sklaverei?
Hast du's nicht alles selbst vollendet,
Heilig glühend Herz?
Und glühtest, jung und gut,
Betrogen, Rettungsdank
Dem Schlafenden dadroben?
Ich dich ehren? Wofür?
Hast du die Schmerzen gelindert
Je des Beladenen?
Hast du die Tränen gestillet
Je des Geängsteten?
Hat nicht mich zum Manne geschmiedet
Die allmächtige Zeit
Und das ewige Schicksal,
Meine Herren und deine?
Wähntest du etwa,
Ich sollte das Leben hassen,
In Wüsten fliehn,
Weil nicht alle Knabenmorgen-
Blütenträume reiften?
Hier sitz' ich, forme Menschen
Nach meinem Bilde,
Ein Geschlecht, das mir gleich sei,
Zu leiden, weinen,
Genießen und zu freuen sich,
Und dein nicht zu achten,
Wie ich!